Der beliebteste Messenger von Cyber-Kriminellen ist… (nicht Telegram)

Manche sind heikel, wenn es darum geht, welchen Messenger man nutzt. Sie misstrauen WhatsApp. Andere Sicherheitsbedürftige verlangen End-to-End-Verschlüsselung, vielleicht gar, dass Gruppen und Kontaktlisten auf dem Device und nicht auf einem Server verwaltet werden. Die Generierung einer zufälligen ID ist auch ein Argument für das anonyme Kommunizieren.
 
So schwören viele auf Telegram als IM, und Security-affine Schweizer Nationalräte wünschen sich, präferiert via Signal kontaktiert zu werden.
 
Aber worauf schwören Cyber-Kriminelle? Sie müssten aus naheliegenden Gründen an maximaler Anonymität interessiert sein. Sie schwören grossmehrheitlich auf keinen der bekannten sicheren Messenger, dies fand das Security-Unternehmen IntSights heraus.
 
Der IM Discord ist laut der Studie mit Abstand der beliebteste bei Hackern, Auftragsmördern und Nashorn-Pulver-Dealern. Weit vor Telegram, WhatsApp oder Skype. Genau genommen neun Mal populärer, wenn man wie die Studie Invite-Links zu Gruppen-Chats oder privaten Chats zählt.
 
Discord? Dies ist eine kostenlose VoIP-Clientanwendung, die speziell für Gamer und zur Nutzung während des Spielens entwickelt wurde. Sie wurde 2015 gelauncht und zählt rund 45 Millionen Nutzer. End-to-end-Verschlüsselung gibt es laut 'Bleeping Computer' nicht.
 
Grundsätzlich wollen die Autoren des Berichts festgestellt haben, dass die Messenger-Nutzung unter Kriminellen exponentiell zunehme. Ein erkleckliches Wachstum verzeichnet laut Report auch ORbot, die Mobile App von Tor. Dies inbesondere in Kombination mit Jabber und vor allem bei Hackern.
 
Telegram sei am populärsten bei Hackern aus Russland, Usbekistan, Brasilien und Iran, während Inder WhatsApp bevorzugen.
 
Das
Invite-Links von IMs im Vergleich (Quelle: Screenshot IntSights)
New Yorker Startup IntSights hat für die Studie während 12 Monaten im Dark Web recherchiert: Man habe Daten von tausenden von Schwarzmärkten, Paste Sites, Hackerforen, IRC Channels, Messengers und Social Media ausgewertet, so die Firma. Der Bericht kann kostenlos als PDF bestellt werden. (Marcel Gamma)