"Swisscom bewährt sich im Wandel"

Quelle: Swisscom
Die Grenzen des Markts machen Swisscom zu schaffen, aber der Telco gibt sich zufrieden. Das Grosskundengeschäft laufe gut.
 
Ein gesättigter Markt und Preisdruck machen Swisscom nach wie vor zu schaffen. Der Umsatz sank im dritten Quartal um 1,4 Prozent auf 2,91 Milliarden Franken. Dennoch erzielte die Schweizer Nummer eins der Telekombranche unter dem Strich mehr Gewinn. Auf Stufe Ebitda kletterte er um 1,3 Prozent auf 1,1 Milliarden Franken, wie der "Blaue Riese" mitteilt. "Swisscom bewährt sich im Wandel und wir haben ein solides Resultat erwirtschaftet", kommentiert CEO Urs Schaeppi das Ergebnis. "Auf den ersten Blick sieht unser Ergebnis unspektakulär aus. Schaut man sich die Zahlen aber genauer an, erkennt man die massiven Umwälzungen in unserem Geschäft."
 
Besonders in der Schweiz kämpfe man mit ungünstigen Marktbedingungen. Die rückläufige Festnetztelefonie und die zunehmende Marktsättigung hätten sich im dritten Quartal gar noch verstärkt. Allerdings konnte laut Mitteilung ein grosser Teil des Umsatzrückganges mit Kosteneinsparungen kompensiert werden.
 
Grosskundengeschäft wächst leicht
Zufrieden gibt sich der Telco mit dem Grosskunden-Business. Man habe auch im dritten Quartal "grosse Verträge mit namhaften Kunden" verlängern können, teilt Swisscom mit. Für diese setze man Digitalisierungs- und Outsourcing-Vorhaben um. Aber auch in diesem Sektor spüre man den hohen Preisdruck. Der Ausblick auf das traditionell stärkste vierte Quartal stimme jedoch positiv.
 
Konkret kletterte der Umsatz der Sparte Enterprise Customers um 0,8 Prozent nach oben auf 631 Millionen Franken. Zum Vergleich: Im Privatkundengeschäft sank der Umsatz um 4,1 Prozent. Der Gewinn der Grosskundensparte belief sich auf 214 Millionen Franken. Dies sind 2,4 Prozent mehr als im Vorjahresquartal. Vergleicht man jedoch die ersten neun Monate des Jahres, sanken der Umsatz der Enterprise-Customers-Sparte um 1,6 Prozent und der Gewinn um 0,8 Prozent.
 
Kosten werden reduziert
Wie bereits angekündigt, will Swisscom im Vergleich zu 2015 die Kosten in der Schweiz bis 2020 um über 300 Millionen Franken reduzieren. Entsprechend sank die Anzahl der Stellen. Per Ende September bot das Unternehmen in der Schweiz 17'877 Vollzeitstellen an, das sind 2,7 Prozent weniger als 2016. Über drei Viertel der Stellenreduktion habe man mit der natürlichen Fluktuation oder internen Wiederbeschäftigungen abfangen können, schreibt der Telco.
 
Damit geht der Stellenabbau schneller voran, als zunächst angekündigt: Im Februar 2017 meldete Swisscom noch, dass Ende 2017 mit einem Personalbestand von 17'900 Stellen zu rechnen sei.
 
Der Ausblick für das Gesamtjahr 2017 bleibt unverändert. Swisscom erwartet einen Nettoumsatz von rund 11,6 Milliarden Franken und einen Gewinn (Ebitda) von 4,3 Milliarden Franken. Die Investitionen werden sich auf rund 2,4 Milliarden Franken belaufen.
 
Vergrösstertes Cloud-Portfolio und Blockchain
Wie der Telco weiter schreibt, habe man im September zwei neue Cloud-Lösungen auf den Markt gebracht und damit das Angebot mit den Lösungen von Amazon und Microsoft ergänzt. Ausserdem wurde das Security-Portfolio mit Threat Detection & Response erweitert.
 
Daneben treibe man die Entwicklung von Blockchain-Anwendungen voran. Dazu gründete Swisscom die Tochter Swisscom Blockchain AG. Man arbeite an Blockchain-Projekten im Gesundheitsbereich sowie in der Versicherungs- und Bankenbranche. (kjo)