Konservative Firmenkultur bremst digitalen Wandel in der Schweiz

Wieviele Firmen sind in welchen Bereichen der Digitalisierung aktiv? Wieviel ihres Budgets geben sie in welchen Bereichen aus? Grafik: SSIS
Im Fokus der gestern veröffentlichten grossen Studie "Swiss Software Industry Survey" (SSIS) stand die Rolle der Schweizer Softwarebranche in der digitalen Transformation.
 
Laut Befragung wurden von der hiesigen Softwareindustrie die grössten Digitalisierungs-Ausgaben im Bereich der operativen Prozesse getätigt. Alleine in die Prozessdigitalisierung flossen 32 Prozent der Ausgaben der hier tätigen 97 Unternehmen, wie sich der obigen Grafik entnehmen lässt. Demgegenüber sind im Worker Enablement – der digitalen Befähigung der Mitarbeiter etwa durch Kooperation oder flexibleres Arbeiten – 218 der 287 befragten Firmen aktiv, das ist der Rekordwert. Sie gaben aber nur 18,4 Prozent ihres Budgets auch hier aus.
 
"Bei der Digitalisierung sind die Schweizer Software-Firmen in den traditionellen Bereichen stark", sagte Thomas Hurni von der Universität Bern während seiner Präsentation. Diese Bereiche umfassen etwa Entwicklung und Support, bei denen der grösste Teil der befragten Firmen grosse Kompetenzen angaben. Besonders im Kompetenzbereich Data Analytics sind die Firmen aber schwach aufgestellt, wie aus der Studie hervorgeht.
 
Investitionen in Digitalisierung soll vor allem Kosten sparen
Die Umfrageergebnisse zeigen, dass vor allem ökonomische Faktoren den digitalen Wandel in der Schweiz vorantreiben. So unter anderem die Senkung der Kosten oder die höhere Wettbewerbsfähigkeit. Dahinter folgt als Treiber der Digitalisierung weit abgeschlagen die technologische Entwicklung. Hierbei hätten die befragten Firmen vor allem Mobile Devices und Sensoren angegeben, wie Thomas Huber von der Universität Bern festhielt.
 
Das mit Abstand am häufigsten genannte Hindernis für die digitale Transformation in der Schweiz sind laut SSIS konservative Unternehmenskulturen. Dahinter folgen mit noch halb so vielen Nennungen mangelnde finanziellen Ressourcen der Kundenfirmen. (ts)