Bern will weniger Fehler bei Beschaffungen machen

Rechtsunsicherheit und Wissenslücken haben im Stadtberner Beschaffungswesen wiederholt zu Fehlern geführt. Nun vereinheitlicht die Stadt auf Anfang 2018 die Schwellenwerte der unterschiedlichen Beschaffungsverfahren und erhöht sie auch.
 
Künftig können sämtliche Aufträge bis 100'000 Franken freihändig, also ohne formelles Verfahren vergeben, werden, wie der Gemeinderat mitteilt. Einladungsverfahren, bei denen Anbieter zur Offerte eingeladen werden, sind für Aufträge zwischen 100'000 und 250'000 Franken vorgeschrieben. Ab 250'000 Franken sind offene Verfahren nötig, an denen sich alle Interessierten beteiligen können. Diese Beschaffungen werden auf der Onlineplattform simap.ch publiziert.
 
Bessere Dokumentation, mehr Transparenz
Künftig werde auch nicht mehr zwischen Bauleistungen, Lieferungs- und Dienstleistungen differenziert, um eine Fehlerquelle bei der Wahl des richtigen Verfahrens zu beseitigen.
 
Beschaffungen ab 50'000 Franken werden neu zentral in der städtischen Beschaffungssoftware Submiss dokumentiert. Um sicherzustellen, dass nur Firmen berücksichtigt werden, die ihren Pflichten nachkommen, muss vor der Vergabe von Aufträgen ab 10'000 Franken die Submiss-Datenbank geprüft werden.
 
Ab Anfang kommenden Jahres will die Stadt Bern sämtliche Beschaffungen über 100'000 Franken auf bern.ch publizieren. Damit soll auch gegen aussen mehr Transparenz geschaffen werden.
 
Das städtische Finanzinspektorat nahm vergangenes Jahr das Vergabewesen unter die Lupe. Insgesamt 125 gezielt nach Risiko ausgewählte Dossiers wurden geprüft und Fehlerquellen identifiziert. Eine Arbeitsgruppe erarbeitete daraufhin konkrete Empfehlungen. Nun setzt die Stadtregierung diese um. Ziel sei es, das städtische Beschaffungswesen mit einheitlichen Vorgaben weiterzuentwickeln. (kjo/sda)