Estländer müssen ihre E-ID aktualisieren

Jüngst wurde bekannt, dass mehrere Hundertausend der elektronischen IDs der estnischen Bevölkerung unsicher sind. Vor dem Wochenende nun wurden die betroffenen 760'000 E-IDs blockiert, berichtet unter anderem 'Engadget'.
 
Nahezu alle der gut 1,3 Millionen Esten besitzen eine elektronische Identität. Im September räumte die Regierung ein mögliches Sicherheitsrisiko bei den zwischen Oktober 2014 und Oktober 2017 ausgestellten E-IDs ein. Die Regierung rief die Bevölkerung zu einem Update auf. Zunächst sollte es eine Übergangsfrist geben. Bis anhin, so heisst es weiter, gebe es aber keine Beweise, dass es zum Diebstahl von Identitäten gekommen sei. Mit dem Blockieren der betroffenen Karten folge das Kabinett nun aber den Empfehlungen der Polizei- und Grenzschutzbehörden, teilt die Staatskanzlei mit. Man wolle damit die Sicherheit der ID-Karten garantieren.
 
Die betroffenen Karten können mit einer vom Staat bereitgestellten Software aktualisiert werden. Auch eine Erneuerung bei der Polizei oder des Grenzschutzamtes sei möglich. Berichten zufolge kam es bei den entsprechenden Ämtern zu langen Warteschlangen, denn der Online-Dienst, der zur Verfügung gestellt wurde, sei regelmässig überlastet gewesen. Deshalb habe man über das Wochenende den Update-Prozess so eingeschränkt, dass ihn zunächst jene Bürger nutzen können, die beruflich auf die E-ID angewiesen sind. Darunter etwa Ärzte oder Juristen. Seit heute stehe das System wieder allen Bewohnern zu Verfügung.
 
Mit dem Update sollen die bisher für die Verschlüsselung genutzten SSL-Zertifikate durch solche ersetzt werden, die auf Kryptografie mit elliptischen Kurven basieren, heisst es vom Leiter des E-Residency-Programms, Kaspar Korjus. (kjo)