Die Schweiz soll eine eigene Bitcoin-Börse erhalten

In der Schweiz ist ein Startup dabei, die erste Realtime-Börse für Kryptowährungen auf die Beine zu stellen. Das berichtet die 'Handelszeitung'. Demnach ist Cyrill Tröndle Geschäftsführer der hinter dem Projekt stehenden Firma Swiss Future Project in Hergiswil. Diese soll in Kürze in Blockworks umbenannt werden und in Dübendorf ein Domizil beziehen. Er wolle unter dem Namen SCX (Swiss Crypto Exchange) eine entsprechende Plattform starten und verfüge für den Aufbau der Börse über 2,5 Millionen Franken von Investoren. Seit dem letzten Freitag können sich Kunden registrieren.
 
Der 25-Jährige wird als ehemaliger System Engineer der Swiss Re vorgestellt, der Startup-Erfahrungen mitbringe und zuletzt als Security-Berater gearbeitet habe. Zu seinen Partnern gehören Leute mit technischem Know-how, Anwälte, ein ehemaliger Hedgefonds-Manager, zudem Xavier Buck, Gründer des Luxenmburger Internet-Domain-Registrars EuroDNS. Letzterer half der Börse Bitstamp, in Luxemburg reguliert zu werden, wie es heisst.
 
Vorerst liege der Fokus von SCX auf der Schweiz. Geplant sei aber, in anderen Ländern das gleiche Modell mit unabhängigen Gesellschaften umzusetzen. Diese bräuchten eine Lizenz für die Software. Fernziel sei, Handelsaufträge aus den jeweiligen Ländern auf SCX zusammenzuführen und so für mehr Liquidität zu sorgen.

Die Abwicklung via SCX wird von der 'Handelszeitung' so beschrieben: Ein Kunde unterhält ein normales Konto bei seiner Bank und zahlt dort Franken für den Kauf von Kryptowährungen ein. Für diesen Betrag kann er dann bei SCX zum Beispiel Bitcoin kaufen. Die Gegenparteien auf der SCX-Handelsplattform haben allesamt ebenfalls ein Konto bei einer Schweizer Bank, was die Währungstransaktionen innerhalb des Bankensystems stattfinden lässt.
 
SCX übernimmt das sofortige Matching der Aufträge und schliesslich das zeitverzögerte Settlement zwischen den Banken. Abhängig von den ausgeführten Kundenaufträgen steigen darauf bei der einen Bank die Guthaben in Bitcoin, bei der anderen in Franken. Die Vermögenswerte liegen zu keinem Zeitpunkt bei der Börse SCX. "Die Kunden müssen einzig ihrer Bank vertrauen, und nicht uns", erklärte Tröndle das Vorgehen. Zum Konzept gehört deshalb, dass die Kunden ihr Kryptokonto ebenfalls bei der Bank haben. Die Kryptowährungen lagern in dieser zweiten Phase bei den Banken oder allenfalls bei dafür spezialisierten Unternehmen – im Auftrag der Banken.
 
Entsprechende Lösungen würden gerade entstehen und sollen im ersten Halbjahr 2018 verfügbar sein. Anders als bei heutigen Bitcoin-Angeboten von Schweizer Banken werden laut dem Wirtschaftsblatt die Kunden die Möglichkeit haben, sich ihre Bitcoins oder Ether auszuzahlen, also auf eine private Wallet verschicken zu lassen. (vri)