Müssen UBS und CS die eigenen Mitarbeiter zu Twint locken?

Eben erst hat Twint die Geschäftsleitung ausgebaut und die 500'000te Kundin gemeldet. Demnach haben sich seit Juli 125'000 neue Twint-Nutzer registriert und derzeit kämen täglich rund 1200 neue Nutzerinnen und Nutzer hinzu.
 
Laut 'Finews' hat es Twint gleichwohl schwer im Markt und muss deshalb gesondert gepusht werden. Als Beispiele dafür werden die beiden Grossbanken UBS und CS genannt, die intern besondere Aktionen durchführen, die "Gruppendruck" erzeugen würden, wie es heisst. Nicht genannt wurde in dem Bericht übrigens, dass auch Raiffeisen Twint extra bewirbt. So gab es während der Olma zehn Franken für die Registrierung bei Twint und heute sowie morgen gelte das gleiche Angebot für die Raiffeisen-Filialen in Zürich und St. Gallen, wie Pressesprecherin Cécile Bachmann auf Anfrage erklärt. Sie musste sich übrigens erst im Marketing erkundigen, weil so viele Marketingaktionen laufen, wie sie sagt.
 
Bei der CS handelt es sich um einen internen Wettbewerb, bei dem Twint-Nutzer von einem Zustupf von 150 Franken fürs Weihnachtsessen profitieren können. Bei der UBS würde die Bezahl-App dadurch favorisiert, dass Mitarbeiter Geld für Sammelgeschenke, wie für Geburtstage oder Hochzeiten, im Team via Twint einziehen können. Zudem würden dort auch "Znüni" oder "Zvieri" an den Snackboxen mit Twint bezahlt, heisst es in dem Bericht.
 
Allerdings wird die im Bericht unterstellte "Verzweiflungstat" auch bei der CS bestritten. Handle es sich doch um eine übliche Bewerbung von Dienstleistungen, die sowohl interne als auch externe Aktionen umfasse, wie CS-Sprecher Sebastian Kistner zu inside-it.ch sagte. Ähnlich begründet auch die UBS das von 'Finews' "Twint-Push" genannte Vorgehen und lässt sich mit der schlichten Aussage zitieren, Twint würde den UBS-Mitarbeitern das Leben erleichtern.

'Finews' und im Gefolge dann 'Blick' und Co. hatten bereits im Sommer von einem "Fehlstart mit Ansage" über die Bezahl-App berichtet. Schon damals war Twint-CEO Thierry Kneissler mit Zahlen der angeblich zu geringen Nutzung entgegentreten. Auch Kistner ist übrigens überzeugt das Twint kommt. Auch wenn es das Mobilepayment im Bargeld-Land Schweiz noch etwas schwer habe, wie er anfügt. Die interne Aktion erfahre jedenfalls hohe Resonanz, vom angeblichen Zwang weiss er nichts. (vri)