Gemalto geht mit Safenet-Sicherheits-Cloud-Plattform an den Start

Unternehmen und Managed-Service-Provider sollen künftig über einen Data-Security-as-a-Service ihre Daten jederzeit und überall zu schützen können. Wie die international tätigen Sicherheitsspezialisten von Gemalto mitteilen, handelt es sich um den Cloud-Service namens SafeNet Data Protection On Demand. Die zentrale Verschlüsselungs-Plattform soll auch helfen, Compliance-Vorgaben einzuhalten und sensible Daten zu verwalten. Die Integration soll sich problemlos in vorhandene IT-Systeme, DevOps-Tools und Cloud-Services integrieren lassen.
 
Wie Pius Graf von Gemalto auf Anfrage von inside-it.ch erklärt, wird die neue Lösung aus Rechenzentren in Deutschland bereitgestellt. Der Schweizer Gemalto-Verantwortliche für die Bereiche Enterprise Sales und Cybersecurity führt weiter aus, dass man noch keine hiesigen Kunden habe, weil man jetzt erst beginne, das Angebot in der Schweiz zu vermarkten. Der Standort Deutschland sei aber für hiesige Unternehmen kein Nachteil, weil ohnehin nur verschlüsselte Daten in den Rechenzentren lagern. Zentral sei, dass am Endpunkt beim Kunden die Dechiffrierung stattfindet.
 
Konkret geht es um Verschlüsselung, Schlüsselverwaltung und Hardware-Sicherheitsmodule die nun per Mausklick bereitzustellen sein sollen. So steht ein Hardware-basiertes Sicherheitsmodul online zur Verfügung, das Schutz für Transaktionen, Identitäten und Anwendungen liefert. Dabei werden kryptografische Schlüssel gesichert sowie Verschlüsselungs-, Entschlüsselungs-, Authentifizierungs- und digitale Signierungsdienste bereitgestellt.

Zudem gibt es einen sogenannten "Key Broker On Demand", der die Schlüsselverwaltung übernimmt und damit die Kontrolle zwischen der unternehmenseigenen Sicherheit und den SaaS- und Cloud-Service-Anbietern erlaubt.
 
Weiter gibt es eine zentrale Möglichkeit zur Verwaltung von Encryption-Keys während des gesamten Lebenszyklus. Damit unterstütze man KMIP-Dienste (Key Management Interoperability Protocol) und fungiere als zentraler Broker für Unternehmen, die ihre Sicherheitsrichtlinien durch BYOK (Bring Your Own Key) in Multi-Cloud-Umgebungen erweitern.
 
Schliesslich bestehe nun die Möglichkeit, sensible Daten nach Bedarf an jedem Standort zu verschlüsseln. Und zwar einschliesslich ganze Dateien, Ordnern, Datenbanken, Speicherumgebungen und virtuellen Maschinen, wie es heisst.
 
Gemalto in der Schweiz: Traditions-Marke Trüb verschwindet
Versprochen wird, dass die Plattform eine Zusammenarbeit mit vielen weit verbreiteten Produkten wie die von Amazon Web Services, Dell EMC, Google, IBM, Microsoft, NetApp, Huawei, Oracle und Salesforce erlaube. Zudem erlaube sie, schnell weitere Anwendungsfälle mit proprietären oder Drittanbieter-APIs zu entwickeln und aufzubauen.
 
Die Gemalto Gruppe hat in der Schweiz 2015 das Familienunternehmen Trüb übernommen und beschäftigt heute an den zwei Standorten Aarau und Unterentfelden 250 Mitarbeiter. Trüb hat sich in seiner 150-jährigen Geschichte einen Namen im Sicherheitsdruck gemacht, unter anderem für Banknoten und Identitätskarten.
 
Heute gehört dieser Bereich zur Government-Sparte von Gemalto und produziert hochsichere Ausweisdokumente und Identifikationslösungen bis hin zum Halbtagsabonnement. Wichtige Zielgruppen sind neben Regierungen die Finanzbranche und Telekom-Unternehmen. Safenet kam 2014 ebenfalls zu Gemalto und ist heute Teil des Bereichs Cybersecurity.
 
Wie Graf ausführt, wird es ab 2018 die Marke Trüb nicht mehr geben und Safenet werde dann nur noch als Produkt-Brand verwendet. (vri)