Six gründet 50 Millionen Franken schweren Venturekapital-Fonds

Die Finanzinfrastrukturbetreiberin Six bündelt ihre Innovationstätigkeiten in einer gruppenweiten Einheit und gründet einen mit 50 Millionen Franken dotierten Risikokapital-Fonds, so Six in einer Mitteilung. Die konzentrierte Förderung von Innovation auf dem Finanzplatz Schweiz dürfte vor allem Startups zu Gute komme. Mit der neuen Einheit soll es etwa einfacher werden, mit Startups eine Partnerschaft einzugehen, erklärt Mediensprecher Stephan Meier auf Anfrage von inside-it.ch. Zudem soll ein Kompetenzzentrum für "relevante disruptive Technologien" geschaffen werden. Zu diesen gehören gemäss Six Blockchain und Advanced Analytics, genaueres ist dazu allerdings noch nicht bekannt.
 
Ein neuer CEO und eine Abspaltung
Six wird zugleich umgebaut und kriegt einen neuen Chef: Die Sparte, die das Bezahlen mit Plastikkarten an den Ladenkassen umfasst, soll mehrheitlich veräussert werden. Konkret: Nationales und internationales Acquiring (also die Betreuung der Akzeptanzstellen) sowie das internationale Cardprocessing (Verarbeitung der Transaktionen) werden in eine Partnerschaft überführt, wie das offizielle Wording lautet. Damit solle ein führender europäischer Anbieter im Kartenakzeptanz- und -Verarbeitungsgeschäft geschaffen werden, bei dem Six eine Minderheitsbeteiligung behalten will.
 
Einen Teil der Zahlungsverkehrssparte, etwa das nationale Cardprocessing, will Six indes behalten: Dieses umfasst auch Twint und den Betrieb von Bancomaten. "Auch die Herausgabe von Plastikkarten im Auftrag von allen Banken behalten wir", so VR-Präsident Romeo Lacher in einer Präsentation.
 
Den Umbau übernimmt ein neuer Chef. Der Niederländer Jos Dijsselhof wird am 1. Januar 2018 die Nachfolge von Urs Rüegsegger als Six-CEO antreten. Rüegsegger hatte im Mai seinen Rücktritt angekündigt. (ts/sda)