Winterthur will keine Software zur Vorhersage von Einbrüchen

In der Stadt Zürich sind die Einbruch- und Einschleichdiebstähle seit 2011 um 40 Prozent zurückgegangen. Die Stadtpolizei führt einen Grossteil des Rückgangs auf die Software "Pre Crime Observation System" (Precobs) zurück. Diese erstellt auf Grundlage vergangener Vorfälle Prognosen, wo erhöhte Gefahr für Einbrüche besteht.

Anderer Meinung ist die Polizei der Stadt Winterthur. Hier wird Precobs nicht eingesetzt und dennoch hat sich die Anzahl der Einbrüche im selben Zeitraumstärker stärker verringert als in Zürich: Um glatte 50 Prozent sind die Vorfälle zurückgegangen. Man habe die Software zwar geprüft, aber man nutze sie "aus verschiedenen Gründen" nicht, so Michael Wirz, Sprecher der Stadtpolizei Winterthur zum 'Landboten', ohne Details zu nennen.
 
Gestützt wird diese Einschätzung von einer Studie des deutschen Max-Planck-Instituts. Dieses kam zum Ergebnis, dass durch den Einsatz von Precobs Taten nicht in nennenswertem Umfang verhindert worden seien. Zwar gebe es eine kriminalitätsmindernde Wirkung, aber diese sei eher schwach. Die Deliktzahlen in den Precob-Bereichen gingen leicht zurück, aber dies sei auch in Gebieten ohne Software-Unterstützung geschehen. Es zeigt sich also dasselbe Bild wie in der Schweiz.
 
Bei der Stapo Zürich zeigt man sich indes überzeugt: Zahlen und Erfolg gäben ihnen recht, sagt Marco Cortesi, Sprecher der Stadtpolizei Zürich, zum 'Landboten'. Was allerdings tastsächlich ursächlich für den Rückgang der Einbrüche ist, dürfte sich nicht einfach aus Erfolg und Zahlen ableiten lassen. (ts)