Machine Learning: Das sagen die CIOs

Zu welchem Grad planen CIOs Entscheidungen in verschiedenen Bereichen zu automatisieren? Grafik: ServiceNow
Schenkt man den Marktforschern von IDC Glauben, dann werden die Investitionen in sogenannte kognitive Systeme und künstliche Intelligenz rapide zunehmen und 2020 rund 47 Milliarden Dollar betragen. Laut ServiceNow verdoppeln sich dabei auch die Ausgaben für Machine Learning. Die Technologie sei aber in den Unternehmen bereits angekommen, schreibt ServiceNow in einer aktuellen Studie. Der SaaS-Anbieter wollte wissen, wie CIOs die Entwicklung einschätzen und was es zu beachten gibt. ServiceNow liess zu diesem Zwecke weltweit Informatikchefs aus einer breiten Palette von vermutlich grösseren B2B- und B2C-Unternehmen befragen.
 
Nur gerade elf Prozent der telefonisch Befragten gaben an, dass sie keine Pläne hätten Machine Learning einzusetzen. Die überwältigende Mehrheit von 89 Prozent sagte, dass sie die Technologie bereits einsetzten oder zumindest beabsichtigten, dies zu tun. Von dieser Mehrheit haben allerdings erst 23 Prozent Machine Learning im regulären Betrieb, während sich 26 Prozent in einer Pilotphase befinden und der Rest erst Pläne hegt.
 
Für mehr als die Hälfte der CIOs gehört Machine Learning zu den Kernbereichen. Ihre Rolle habe sich von den klassischen IT-Operationen zur Bearbeitung von Business-Strategien entwickelt und Machine Learning soll sie dabei unterstützen, gaben sie an. Die Marktforscher von IDC gehen davon aus, dass bis 2019 rund 40 Prozent der digitalen Transformation von Machine Learning und künstlicher Intelligenz unterstützt werden.
 
In Nordamerika glauben 72 Prozent der Studienteilnehmer, dass man von der Technologie wertvolle Erkenntnisse für die Geschäftsstrategie erwarten kann. Die europäischen Kollegen sind da vorsichtiger: Hier waren nur 58 Prozent dieser Überzeugung. Über alle Befragten gesehen glauben 87 Prozent, dass die Genauigkeit von Entscheidungen und 83 Prozent, dass die Geschwindigkeit von Entscheidungen verbessert werden kann.
 
Gefragt nach den drei wichtigsten Fähigkeiten von Machine Learning gaben 68 Prozent der CIOs an, dass die Automatisierung repetitiver Aufgaben dazu gehöre. Das Fällen komplexer Entscheidungen nannten 54 Prozent, gefolgt vom Erkennen von Datenmustern, das noch 40 Prozent in den Top Drei positionierten.
 
Hindernisse für Machine Learning und was dagegen getan werden kann
Als grösste Hindernisse bei der auf Machine Learning basierten Entscheidungsfindung sahen 51 Prozent die mangelnde Qualität der Daten. 48 Prozent nannten veraltete Prozesse und 41 Prozent eine zu kleine Datenbasis. Aber auch die Mitarbeitenden wurden als potentielles Hemmnis gesehen: 47 Prozent gaben an, dass ein zu kleines Budget für das Lernen neuer Fähigkeiten ein Problem ist, während 41 Prozent mangelnde Fähigkeiten zum Arbeiten mit smarten Maschinen als Hindernis beschrieben. Die technologische Entwicklung hingegen wurde nur von knapp einem Drittel als Bremse empfunden.
 
Nicht ganz uneigennütz definiert ServiceNow, das Unternehmen unter anderem zu intelligenteren Prozessen verhelfen will, einige Punkte, die für den Einsatz von Machine Learning zu beachten seien: 1. Die Qualität der Datenbasis verbessern. 2. Auf jene Dienste fokussieren, die am häufigsten gebraucht werden und unstrukturierte Arbeitsabläufe umfassen. 3. Kundenerlebnisse ernst nehmen und mittels Machine Learning verbessern. 4. In Mitarbeiter und Ausbildung investieren, damit diese mit den Maschinen zusammenarbeiten können. 5. Die Resultate der Technologie messen und an die Geschäftsleitung und weitere Führungskräfte kommunizieren.
 
Für die Studie "The Global CIO Point of View" (PDF) befragte Oxford Economics im Auftrag von ServiceNow rund 500 CIOs aus elf Ländern und 25 Branchen. Schweizer Informatik-Chefs sind in der Studie allerdings nicht vertreten.
 
Machine Learning wird in der Studie wie folgt definiert: Software, die ohne menschliches Eingreifen ihre eigene Leistung analysiert und verbessert, was ihr ermöglicht während des Lernprozesses immer komplexere Entscheidungen zu treffen. (ts)