Wird Genf die "Cyber-Security-Hauptstadt der Welt"?

Microsofts President und Chefanwalt Brad Smith hat im Februar erstmals die Idee der Schaffung einer "Digitalen Genfer Konvention" vorgeschlagent. Gegenwärtig reist Smith um die Welt, um die Idee weiter zu propagieren. Nach Stationen in Seattle, Lissabon und Madrid hat er auch einen Halt in Genf gemacht, und dort der Westschweizer Zeitung 'Le Temps' ein Interview gegeben, in der er seine Vorstellungen weiter detailliert.
 
Eine digitale Genfer Konvention würde, ähnlich wie die Genfer Konvention zu Massenvernichtungswaffen, Regeln für internationale "Cyberkriege" aufstellen. Teil davon wäre auch die Schaffung einer UNO-Organisation, welche die Regeln ausarbeiten und ihre Einhaltung überwachen würde. 'Le Temps' interessiert darum eingangs vor allem eines: Könnte Genf der Sitz dieser Organisation und damit zur "future Capitale de la Cybersécurité" werden? Smith allerdings, dem es wohl gegenwärtig noch um die Idee an sich und weniger einen konkreten Standort geht, hält sich in seiner Antwort bedeckt. Dies wäre "möglich" findet er, und Genf "ein logischer Standort", unter anderem weil dort einige Organisationen angesiedelt sind, mit denen man zusammenarbeiten könnte, zum Beispiel das Internationale Komitee des Roten Kreuzes. Eine konkrete Aussage, dass er Genf empfehlen würde, lässt sich Smith aber nicht entlocken.
 
Übrigens ist eine digitale Genfer Konvention anscheinend nicht nur ein Steckenpferd von Smith beziehungsweise Microsoft. Auch Google, Apple und Facebook stellen zwar "viele Fragen", unterstützen laut Smith aber die Idee, und daher sei er "sehr optimistisch". (hjm)