Digitalswitzerland verliert das erste Mitglied

Bislang konnte die Standortinitiative Digitalswitzerland nur Mitgliederzuwachs melden. Jetzt gibt es den ersten Austritt: Tamedia sei "still und leise" im Sommer ausgetreten. Dies meldet die 'Luzerner Zeitung'.

Das sei korrekt, bestätigt Tamedia-Sprecher Christoph Zimmer auf Anfrage. Man sei nach einem Jahr als Mitglied zur Überzeugung gelangt, "dass wir als Medienhaus die Debatte um die Vor- und Nachteile der Digitalisierung als Nichtmitglied glaubwürdiger und besser begleiten können."
 
Diesen Entscheid trage auch Christoph Brand mit, Leiter des Bereichs Rubriken & Marktplätze und Ex-CEO von Bluewin. Er ist eigentlich nicht publizistisch involviert und könnte, ebenso wie die Tamedia-Firmen Homegate oder Zattoo, an einer Mitgliedschaft bei Digitalswitzerland interessiert sein. Dies im Unterschied zum 'Tages-Anzeiger', ebenfalls Tamedia gehörend.
 
Zimmer wollte nicht präzisieren, ob der Beitritts- und der Austrittsentscheid von denselben Personen oder Gremien gefällt wurden. Nichtsdestotrotz blieben für Tamedia das Thema Digitalisierung und Schweizer Standort weiterhin sehr wichtig. Man werde sich nun mit einzelnen Digitalswitzerland-Mitgliedern in anderen, unabhängigen Initiativen engagieren. Es sei auch die einzige Mitgliedschaft, die man beende, so der Tamedia-Sprecher.
 
Digitalswitzerland-Sprecher Daniel Scherrer bedauert den Austritt, will aber zu den Gründen keine Stellung nehmen. Auch die Begründung von Tamedia will er nicht kommentieren. Tamedia sei das einzige Mitglied, das bislang ausgetreten sei und es habe auch kein weiteres den Austritt angekündigt, so Scherrer. Man könne immer noch auf über 90 Mitglieder bauen. Viele von diesen werden kommende Woche am nationalen "Digitaltag" für die Digitalisierung und den Standort Schweiz werben. (mag)
 
Korrigenda: Der Artikel wurde mit dem korrekten Vornamen von Tamedia-Sprecher Christoph Zimmer ergänzt.