Swisscom wird GU für die Signaturservices des Bundes

Für knapp sieben Millionen Franken wird Swisscom dem Bund "Zertifizierungsdienste elektronischer Signaturen inklusive Beratung, Software-Entwicklung, Internet und Hilfestellung" liefern. Wie dem Zuschlag auf Simap zu entnehmen ist, hat der halbstaatliche Telekom-Riese mit seiner Offerte bei den qualitativen Kriterien und dem Preis am meisten überzeugt.
 
Auftraggeber ist das Bundesamt für Informatik und Telekommunikation (BIT).
 
Bei der Swisscom hält man sich mit der Detaillierung des Auftrags zurück, solange die Einsprachefrist noch läuft. Pressesprecher Armin Schädeli teilt auf Anfrage von inside-it.ch jedoch mit, dass bei diesem Auftrag Swisscom als Generalunternehmer gegenüber dem BIT auftrete. Die Implementierung des Signaturservice erfolge zusammen mit dem langjährigen Partner Intarsys aus dem deutschen Karlsruhe, so Schädeli. Der Signatursoftwarehersteller liefere für den Service erprobte und zertifizierte Signatursoftwarekomponenten. Dieselben Softwarekomponenten würde man bereits unter dem Namen All-in Signing Service (AIS) selbst einsetzen, so der Swisscom-Sprecher. AIS würde schon von vielen Unternehmen im In- und Ausland verwendet, fügt er an.
 
Beim BIT verweist man ebenfalls auf die Einsprachefrist. Davon abgesehen erklärt BIT-Sprecherin Sonja Uhlmann-Haenni den Signaturservice so: Zur elektronischen Signatur von Dokumenten werden die Signatur-Zertifikate und die Signatur-Funktionen beim künftigen Service zentral bereitgestellt. Zudem können sie in unterschiedliche Fachprozesse beziehungsweise Fachanwendungen des Bundes integriert werden. Insbesondere lassen sich mit dem Service die Signaturprozesse automatisieren, indem die neuen elektronischen Siegel nach ZertES angebracht werden, fügt sie an. Damit wird das Bundesgesetz über die elektronische Signatur (ZertES), das seit Anfang 2017 in Kraft ist, im Bundesalltag umgesetzt.

Auf die Frage, warum der Zuschlag nur einen Grundauftrag von rund 1,1 Millionen Franken, der optionale Teil aber rund 5,8 Millionen Franken umfasst, verweist Uhlmann-Haenni auf die unterschiedlichen Laufzeiten. So erstrecke sich der Grundauftrag über vier Jahre, umfasse die Integration des Produktes in die BIT-Umgebung inklusive Abnahmetests und Betriebsübergabe plus die Dokumentation des Service und die Mitarbeiterschulung.
 
Der optionale Teil hingegen beinhaltet laut Uhlmann-Haenni einen allfälligen Systemausbau des Signaturservices sowie die Wartung und den Support für zusätzlich maximal zehn Jahre. Optional sei zudem die Integrationen weiterer Fachanwendungen. (vri)