Axpo verkauft Strom via Blockchain (in Deutschland)

Die Blockchain-Technologie hat das Potenzial, den Strommarkt stark zu verändern. Der Energieversorger Axpo führt in Deutschland nun eine Plattform ein, über die Konsumenten erneuerbaren Strom bei lokalen Produzenten direkt einkaufen können.
 
Die neue blockchainbasierte Plattform heisst Elblox und soll im westdeutschen Wuppertal (Nordrhein-Westfalen) erstmals im Strommarkt eingesetzt werden, wie Axpo mitteilt. Das Ziel: Kunden der Wuppertaler Stadtwerke (WSW) sollen damit digital ihren Mix von Strom zusammensetzen, den regionale Betreiber von Solar-, Windkraft-, Wasserkraft- und Biomasseanlagen ins Netz einspeisen.
 
Axpo entwickelte neben dem Konzept auch die IT-Infrastruktur und betreibt diese für die WSW, heisst es. Auf der Plattform liefen dabei die Daten in Bezug auf Produktion, Verbrauch und vertragliche Beziehungen zwischen den Teilnehmern zusammen.
 
Blockchains bergen die Möglichkeit, Geschäftsbeziehungen zum Kunden ohne einen Mittelsmann – wie etwa eine Bank – zu pflegen. Stromproduzenten könnten durch diese Technologie künftig ihren Strom ohne oder mit weniger Zwischenhändlern an die Konsumenten verkaufen.
 
Buchführung durch Blockchain
In Deutschland versucht die Axpo einen ersten Anlauf für ein solches Verkaufsmodell: Sie stellt den Kunden der WSW eine digitale Plattform zur Verfügung, mit der sie die Produzenten von Ökostrom selber auswählen können.
 
Die Blockchain stelle sicher, dass die Informationen zur Produktion und deren Vermarktung für jede Anlage dokumentiert seien, so das Aargauer Energieunternehmen. So lasse sich jede produzierte Kilowattstunde Strom eindeutig einem Verbraucher zuordnen.
 
Die WSW sei das "Bindeglied" zwischen Produzenten und Konsumenten; sie ist für die Abrechnung oder etwaige Stromausfalllieferungen an Kunden verantwortlich, falls die Sonne nicht scheint oder der Wind nicht weht. Geld verdienen Axpo und WSW durch die Nutzungsgebühren für Konsumenten und Produzenten sowie das Reststrom-Management.
 
Angestossen wurde dieses Blockchain-Projekt laut Axpo Angaben im Jahr 2015. Laut Christoph Sutter, Leiter Division Neue Energien bei Axpo, wurde Deutschland wegen der dort fortgeschrittenen Strommarktliberalisierung für den Markteintritt gewählt. (sda/hjm)