Software für Planung der SBB-Lokführer macht Probleme

Für die Planung des Zugpersonals kommt seit Juni 2016 bei der SBB das System SOPRE zum Einsatz. Aus dem System soll ersichtlich werden, welche Wagen mit welchem Personal wohin fahren. Neu werden auch die Dienste der Lokführer mit SOPRE geplant. Die Einführung verläuft aber nicht ganz unproblematisch, wie die 'NZZ' vor dem Wochenende sowie am Sonntag berichtete. Demnach sei bei Umdispositionen von Lokomotiven und Wagen nicht immer nachvollziehbar, welchem Lokführer welcher Dienst zugeteilt sei. Ein SBB-Sprecher bestätigt auf Anfrage von inside-it.ch Probleme, betont aber, dass 90 Prozent der Abfragen über SOPRE normal laufen.
 
Bereits vor rund einem Jahr machte das SOPRE-Projekt Schlagzeilen, da das Projekt Mehrkosten verursacht. Die SBB hat sich damals aufgrund der Komplexität für eine gestaffelte Einführung entschieden. Im Sommer 2017 sollte SOPRE für die Lokführer eingeführt werden. Diese Einführung wurde auf November verschoben. Den entstandenen Mehraufwand will das Unternehmen nicht beziffern. Von der 'NZZ' zitierte Insider schätzen ihn auf einen zweistelligen Millionenbetrag.
 
Eine Taskforce begleite die aktuelle Einführung von SOPRE. Es müsse noch nachgebessert werden, so SBB-Sprecher Christian Ginsig zu inside-it.ch. Insbesondere in Störungsfällen müsse die Systemperformance verbessert werden. Und gerade in den vergangenen Wochen verzeichnete die SBB viele Störungen, darunter auch Baustellen und Personenunfälle. Dies hätte die Betriebsabwicklung deutlich erschwert. Es habe sich um einen "sehr anspruchsvollen Monat gehandelt", schreibt uns Ginsig.
 
Das alte System habe nach 16 Jahren im Einsatz das Ende seiner Lebensdauer erreicht. Mit dem neuen System plane man 20'000 Personalleistungen auf mehreren tausend Personenzügen täglich. Beim Lokpersonal gehören neben dem Führen des Zugs auch die Inbetriebnahme respektive das Ab- oder Umstellen von Zügen dazu, führt der SBB-Sprecher aus.
 
In der 'NZZ am Sonntag' äussert sich Hubert Giger, Präsident des Verbands Schweizer Lokomotivführer (VSLF) zu den Problemen. Insbesondere weist er darauf hin, dass sich die Situation mit dem Fahrplanwechsel Anfang Dezember verschärfen könnte. Weil die Dienste mit dem Fahrplanwechsel neu zusammengestellt werden, kenne das Personal die Abläufe noch nicht, sagte er gegenüber der Zeitung. (kjo)