Der beschwerliche Weg des CIOs vom Verwalter zum Innovator

Nicht sehr erstaunlich: CIOs wollen keine passiven Verwalter eines über sie hereinbrechenden Digitalisierungssturms sein, sondern aktive Macher der digitalen Transformation. Dies bestätigt eine aktuelle Umfrage von Logicalis unter 890 IT-Leitern aus 23 Ländern weltweit.
 
Organisationskultur, Kosten, komplexe Legacy-Systeme, Kenntnisse und Sicherheit, wurden in dieser Reihenfolge als grösste Barrieren für die Digitalisierung genannt. Diese Kombination, insbesondere wohl die Legacy-Systeme, sorgen dann auch dafür, dass die meisten CIOs den grössten Teil des Tages damit zubringen, die IT am Laufen zu halten. Da zugleich Bedürfnisse nach neuen Apps und Services an die IT-Chefs herangetragen würden, führe dies zu digitalen Inseln, die nicht dieselben Effekte zeigten, wie dies bei einer "echten Digitalisierung" der Fall wäre, so die Studie.
 
So werden die CIOs eben zu dem, was sie nicht sein wollen: Getriebene des digitalen Wandels statt freie Antreiber der Innovation.
 
Dagegen hegen sie aber Pläne: Über die Hälfte will die Ersetzung der bestehenden Infrastruktur und einen "kulturellen Wandel" vorantreiben. Auch Schulung für Mitarbeitende und die Verbesserung von Security-Know-How nehmen bei einem Drittel einen hohen Stellenwert ein. Zudem fokussiert die Hälfte der Befragten auf eine Vereinfachung und Modernisierung der IT-Infrastruktur sowie auf die Zusammenarbeit mit Bereichsleitern, gegenüber denen sie als Digitalisierungs-Botschafter auftreten wollen.
 
Die Absichten dürften sich als schwierig herausstellen, wenn man zur Kenntnis nimmt, dass nur ein Drittel der Befragten ein grösseres Budget für die Digitalisierung vorsieht. Zudem hängt dieses bekanntlich nicht alleine vom Entscheid der CIOs ab. Deswegen würden sich viele der Befragten an externe Partner wenden, von denen sie Hilfe bei der Digitalisierung erwarten. Diese Erkenntnis ist nun nicht ganz uneigennütz für die Studienersteller des IT-Dienstleisters Logicalis, der sich im Fazit dann auch gleich als "Architekt des Wandels" anpreist.
 
Übrigens: Beim aktuellen Stand der Digitalisierung geben die befragten CIOs ihren Unternehmen nicht die besten Noten. Die Hälfte der Befragten sieht die eigene Firma mittelmässig digitalisiert, nochmals 23 Prozent eher schlecht und vier Prozent gar ganz schlecht. Demgegenüber sehen nur fünf Prozent das eigene Unternehmen als "gänzlich digitalisiert", immerhin 19 Prozent sehen sich in der zweitbesten Kategorie. (ts)