E-Government: Schweiz verbessert sich – ins Mittelmass

Das Basiselement E-ID fehlt, die Transparenz könnte besser sein. Die Schweiz gehört im EU-Vergleich zum Mittelfeld.
 
Bereits zum 14. Mal untersuchte die Europäische Kommission die Entwicklung der E-Government-Angebote der EU-Länder sowie der Schweiz, Island, Norwegen, Serbien, Montenegro und der Türkei. Gehörte die Schweiz in den frühen Jahren zu den Schlusslichtern, holte sie in den letzten Jahren auf. Auch aktuell hat sich die Schweiz im Vergleich zum Vorjahr in fast allen untersuchten Bereichen verbessert, schreibt E-Government Schweiz. Aufholbedarf gebe es aber auch weiterhin etwa im Aufbau der technischen Schlüsselmodule.
 
Insgesamt gehören Malta, Dänemark, Schweden, Estland und Norwegen laut den Ergebnissen zu den führenden Ländern was das E-Gov-Angebot anbelangt. Die Schweiz liegt im Mittelfeld und damit hinter beispielsweise Frankreich, Deutschland und Österreich zurück.
 
Der EU-Benchmark untersucht das Onlineangebot öffentlicher Verwaltungen im Rahmen von unterschiedlichen Lebenssituationen wie Studieren, Familienleben, Arbeitslosigkeit oder Unternehmensgründung. Gemessen werden die Nutzerorientierung, grenzübergreifende Mobilität, Transparenz und Basismodule, wozu auch die E-ID gehört.
 
Aufholbedarf bei Basismodule
Wie aus der Studie hervorgeht, besteht im Bereich Basismodule in der Schweiz wie auch international noch Aufholbedarf. Zu den Basismodulen gehören etwa die E-ID, die elektronische Beglaubigung von Dokumenten oder eine sichere Dokumentenablage (E-Safe). Über alle Länder hinweg schneiden die Basismodule mit 52 Prozent unter allen untersuchten Indikatoren am schlechtesten ab und bieten "den meisten Raum für Verbesserung", so die Studienautoren. Im Schnitt kann für jeden zweiten E-Gov-Service eine E-ID genutzt werden.
 
Mit 78 Prozent liegt die Schweiz im Indikator Benutzerorientierung nur leicht unter dem EU-Durchschnitt von 80 Prozent. Die hiesigen Behörden bieten ihre Online-Dienstleistungen vermehrt medienbruchfrei an. Die Benutzerfreundlichkeit von Internetseiten der Schweizer Behörden ist mit 93 Prozent hoch und über dem europäischen Mittel. Ebenfalls über dem Schnitt liegt die Schweiz bei der Mobile-Nutzerfreundlichkeit ab.
 
Eine Steigerung zeigt sich in der Schweiz auch in der Transparenz bezüglich Informationen zu den Verantwortlichkeiten und den Leistungen. In der Nachvollziehbarkeit der Online-Transaktionen und der Verwendung persönlicher Daten besteht aber noch Verbesserungspotential. Laut der Studie bieten aber nur wenige Länder Informationen darüber, welche Behörden persönliche Daten zu welchem Zweck konsultiert hat. (kjo)