Rekruten könnten Cyber-Security-Ausbildung erhalten

Die Schweizer Armee will einige Rekruten für die Abwehr von Cyber-Angriffen ausbilden. Angedacht ist ein zweistufiger Lehrgang.
 
Das eidgenössische Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS) erarbeitet derzeit ein solches Ausbildungsmodell. Ein VBS-Sprecher bestätigte der Nachrichtenagentur 'sda' entsprechende Informationen der 'SonntagsZeitung' und von 'Le Matin Dimanche'.
 
Erste Rekruten sollen bereits im kommenden Jahr in den Genuss der Cyber-Ausbildung kommen, wie die Zeitungen berichten. Das VBS gab auf Anfrage bezüglich des Zeitplans keine Informationen heraus. Auch ist noch unklar, wie viele Rekruten in den Lehrgang aufgenommen werden sollen.
 
Vorgesehen ist, dass in den ersten Wochen der Rekrutenschule nach IT-Fachleuten gesucht würde, die dafür in Frage kommen. Sie sollen mithilfe von Assessments ausgewählt werden, wie aus der Website des VBS hervorgeht. Anschliessend sollen die Rekruten eine spezifische Ausbildung in Cyberabwehr erhalten. Diese soll zusammen mit einer Hochschule wie der ETH durchgeführt werden und könnte mit einem eidgenössischen Fachausweis abgeschlossen werden.
 
Ein solcher Abschluss wäre denkbar, bestätigt Jörg Aebischer, Geschäftsführer von ICT-Berufsbildung Schweiz. Wie bei einer Sportler-RS würden die Rekruten zuerst die militärische Grundausbildung absolvieren und dann die Cyber-Security-Ausbildung. 300 Lektionen wie bei einer berufsbegleitenden Ausbildung in der Privatwirtschaft seien aus seiner Sicht auch in der RS möglich, so Aebischer auf Anfrage von inside-it.ch.
 
Er bestätigt auch, die Initiative sei von ICT-Berufsbildung ausgegangen: "Wir hatten im August die erste Sitzung mit dem VBS und den Nationalräten Marcel Dobler und Franz Grüter." Das VBS arbeite nun "mit Hochdruck" an der Konkretisierung. "Jedes Jahr kommen 2000 Informatik-Lehrabgänger in eine RS", wirbt Aebischer. "Für sie könnte dies eine attraktive Option sein."
 
"In Stein gemeisselt ist noch nichts", sagt VBS-Sprecher Renato Kalbermatten laut 'SonntagsZeitung'. Es gebe aktuell primär Diskussionen.
 
Während das VBS nach Wegen für die Ausbildung von Cyber-Milizsoldaten sucht, steigt der Druck aus der Politik. Der Ständerat hat zwei Motionen zur Cyberarmee bereits überwiesen. Der Nationalrat beginnt jetzt, diese zu behandeln. Initial hatte --der Bundesrat eine Cyber-RS abgelehnt--. (mag/sda)