Armasuisse erhält null Angebote und bricht Ausschreibung ab

Bei der Ersatzbeschaffung für die mobile Kommunikation bricht das Bundesamt für Rüstung (Armasuisse) einen Dienstleistungsauftrag zu grossen Teilen ab. Drei von vier Losen werden neu ausgeschrieben. Das teilt Armasuisse-Sprecherin Jacqueline Stampfli auf Anfrage mit. Laut der Beschaffungsplattform Simap ist lediglich das erste Los mit einem Volumen von einer Millionen Franken für Beratung in Sachen "Kommunikationssysteme" an die Ittiger Rayzon Technologies vergeben worden.
 
Die Vergabe der weiteren drei Lose des Auftrags – Testdurchführung, Testmanagement und Consulting – sind abgebrochen worden. Interessant ist die Begründung: "Der Abbruch der Lose 2 bis 4 erfolgte aufgrund der Tatsache, dass bei diesen Losen kein Anbieter die Mindestanforderungen erfüllen konnte", wie Stampfli in einem Mail erklärt. Zudem schreibt sie, "die Anforderungen und Inhalte der abgebrochenen Lose werden zurzeit eingehend analysiert". Vorgesehen sei, diese Leistungen mit angepassten Anforderungen neu auszuschreiben.
 
Interessant ist die Antwort insofern, weil Armasuisse sich erst 2015 externe Unterstützung für die Beschaffung ins Haus geholt hat. Damals hiess es, Fälle in der Presse, wie beispielsweise der Fall Insieme, hätten zu einer erhöhten Sensibilisierung und Sachkenntnis im Beschaffungsrecht in der gesamten Bundesverwaltung geführt. Doch Stampfli wiegelt ab bei der Frage, wie bei soviel Kompetenz die Ausschreibung misslungen sei.
 
Man habe schlicht keine Bewerbungen für die drei Lose erhalten, erklärt sie. Wahrscheinlich seien die Anforderungen zu komplex für einen Dienstleister gewesen. Deshalb werde man bei der Neuauschreibung einen spezifischeren Ansatz wählen, statt wie zuvor die kompletten Bedürfnisse zu definieren. Man könne die zu erbringenden Dienstleistungen dann bündeln. Denn am Ziel, die gesamten Bedürfnisse von Armasuisse zu erfüllen, ändere sich natürlich nichts, betont Stampfli.

Was beschafft ist und was eigentlich beschafft werden soll
Der Gesamtauftrag adressiert nicht die IT- und Kommunikationssysteme der Armee, die sind beschafft, heisst es in der initialen Ausschreibung. Allerdings würden sie ungenügende Durchgängigkeit der Informationen aufweisen und es stünden insbesondere für die beweglichen Einsatzelemente zu geringe Bandbreiten zur Verfügung. "Dies führt aus technischen Gründen zu komplizierten und in der Folge verzögerten Planungs- und Führungszyklen, die gemäss Leistungsprofil den heutigen Bedürfnissen nicht mehr entsprechen". Deshalb wollte (und will) man mit einer Ausschreibung externe Partner finden, um den Bedarf an dafür nötigen Ressourcen flexibel abdecken zu können. (vri)