CS wirbt bei Investoren mit DevOps, Cloud und besseren Informatikern

Ein Beispiel für die Cloud-Strategie der CS (Screenshot Präsentation).
Am Investor Day zeigte die CS Zahlen. Aber auch, wie sie Legacy Systeme loswerden und automatisieren will.
 
"Efficiency & Productivity" heisst das Kapitel, das Pierre-Olivier Bouée, Group COO, am Investor Day der Credit Suisse präsentierte. Man hätte das Kapitel auch mit "We Love Technology" übertiteln können.
 
Zuerst das grosse Bild, das den Investoren gezeigt wurde, die Kosten: 2018 soll die Kostenbasis der CS unter die Marke von 17 Milliarden Franken sinken. 2019 und 2020 sollen noch 16,5 Milliarden bis 17 Milliarden anfallen. Viel Geld, denn laut 'NZZ' beliefen sich noch 2015 die Kosten auf 21,2 Milliarden Franken.
 
Zu den genannten Erfolgen bei der Kostensenkung gehören auch Posten, hinter welchen sich Informatiker verbergen dürften: So sanken "Contractor Services" um 30 Prozent. Einige hoch spezialisierte Contractors wurden dabei zu Festangestellten.
 
Was alles mitgemeint ist unter dem Punkt "High Cost Location Reduction", ist unklar, aber Zürich gehört zu diesen Standorten, auch wenn nur auf New York und London verwiesen wird.
 
Wo die CS investiert
Neben "strenger Kostendisziplin", so heisst es bei Bouée, werde die CS fortfahren, in Technologie und Digitalisierung zu investieren. Das Ziel: Produktivitätssteigerungen.
 
Das heisst unter anderem, wenig überraschend, Front-to-Back-Prozessautomatisierung. Damit sollen die Effizienz wie die Effektivität steigen. Konkret heisst dies am Beispiel Swiss Universal Bank (SUB): Mehr als 200 operationelle Prozesse sollen digitalisiert werden, für alle Papier-Dokumente wird in die Scan-Infrastruktur investiert.
 
Auch Roboter werden bei der CS jetzt schon eingesetzt, seit 2017 beispielsweise im Pre-Matching-Settlement. Aber es sollen viel mehr werden: 350 bis 400 Robots sollen 2019 händische Tätigkeiten ersetzen.
 
Auf der Technologie-Budgetliste der CS stehen auch AI, Deep Learning, Distributed Ledger und Smart Contracts. Nimmt man den Status dieser Technologien auf dem "Hype Cycle Emerging Technologies" von Gartner als Benchmark, so scheint die CS frühzeitig zu investieren und auch allfällige Enttäuschungen in Kauf zu nehmen.
 
Intern akzeptiert ist diese Digitalisierungsoffensive offensichtlich nicht überall. Man müsse die passende Geisteshaltung ("Mindset") aufbauen, heisst es in der Präsentation.
 
Informatiker müssen besser und schneller werden
Gleichzeitig müssen die CS-Informatiker viel schneller und besser werden als heute: Bis in zwei Jahren soll die Software-Entwicklung zehn bis 15 Prozent effizienter werden.
 
"Effectiveness in Delivering Change" ist dieses Ziel übertitelt und dazu gehört, dass die CS nun mit Software Development Telemetrie die fachliche Leistung ihrer Leute messen und steigern will. Mit einer "Productivity Analytics Platform" soll deutlich werden, welches Informatiker-Team gute Software rasch entwickelt und welches schwächelt.
 
Gleichzeitig sollen DevOps, Agile und Demand Management den Investoren rasch Freude machen, nämlich schon Ende 2018.
 
Und nicht zuletzt: Die CS ist zwar schon in der Cloud, aber nun wird das Thema wichtiger. In kurzer Zeit, bis 2020 nämlich, sollen 60 Prozent der Operating-System-Instanzen migriert sein. Mit hohem Automatisierungsgrad und mit verbrauchsbasierten Verrechnungsmodellen für das durchschnittliche Datenvolumen will man Risiken und Kosten im Griff behalten.
 
Das für sich sprechende Beispiel bezieht sich auf die Intraday-Market-Dateninfrastruktur der CS (s. Grafik).
 
Die Cloud weist also auch bei der CS einen Weg aus vielen Legacy-Systemen. Ein weiterer Entschlackungsprozess: 400 nicht-strategische Applikationen wolle man in den kommenden drei Jahren loswerden. (Marcel Gamma)