SBB testet Assistenz­systeme für Lokführer

Auf der Strecke Bern – Olten sind erstmals Tests mit neuen Assistenzsystemen für Lokführer durchgeführt worden. Dabei wurde ein Doppelstockzug im Beisein des Lokführers automatisch gebremst und beschleunigt.
 
Die Schweizer Bahnen wollen die Digitalisierung Schritt für Schritt nutzen und die Automatisierung des Zugbetriebs mit dem gemeinsamen Programm SmartRail 4.0 gemeinsam vorantreiben, wie SBB, Stadler und der Verband öffentlicher Verkehr (VöV) heute mitteilen.
 
Ziel sei es, die Kapazität und die Sicherheit im Schweizer Bahnnetz weiter zu steigern und Kosten zu sparen. Bei den auf der Bahn-2000-Strecke Bern - Olten von SBB und Stadler durchgeführten Automatisierungstests wurde ein Doppelstockzug im Beisein des Lokführers mit Hilfe eines neuen Fahrassistenzsystems automatisch gebremst und beschleunigt. Zusätzlich sei der Zug einem vorgegebenen Geschwindigkeitsprogramm für eine energiesparende Fahrt gefolgt.
 
Auf internationalem Standard basierend
Das neue Fahrassistenzsystem baue auf dem bestehenden Zugsicherungssystem European Train Control System (ETCS Level 2) sowie einem von der SBB entwickelten System für die energiesparende Fahrweise namens adaptive Lenkung (ADL) auf. Um den grössten Nutzen für das Gesamtsystem zu erzielen, müsse die Technik für eine weiter automatisierte Zugsteuerung grenzüberschreitend ausgelegt und für den Güter- und Personenverkehr möglichst standardisiert sein. ETCS sei der internationale Standard. Entsprechend stünden die Schweizer Bahnen mit der europäischen Bahnbranche und der Industrie in Kontakt.
 
Bereits heute sei der Schweizer Bahnbetrieb in vielen Bereichen automatisiert: Über 90 Prozent der Stellwerke werden laut SBB aus einer der fünf Betriebszentralen mit IT-Systemen gesteuert. (sda/kjo)