Amazon, Apple und Alphabet werden besonders gut geführt

Ob Mitarbeiterentwicklung, Finanzkraft, soziale Verantwortung oder Innovation: Tech-Firmen dominieren die vom Drucker-Institut erarbeitete Liste der effektivsten Unternehmen.
 
Amazon führt die Liste an, Apple und Alphabet folgen. Nein, dies ist kein (fast) alphabetisch geführtes Verzeichnis, sondern die Rangliste, der am effektivsten geführten US-Unternehmen. Die Drucker-Liste, wie vom 'Wall Street Journal' berichtet, wird jährlich vom Drucker Institut der Claremont Graduate University erstellt, in Anlehnung an den Ökonomen Peter F. Drucker und seinen Prinzipien der ganzheitlichen Unternehmensführung.
 
Dazu gehören die Kundenzufriedenheit sowie Engagement und Entwicklung der Mitarbeiter. Auch die Innovationskraft, die finanzielle Stärke eines Unternehmens und die soziale Verantwortung fliessen in die Bewertung ein.
 
Tech-Firmen dominieren die Spitzenplätze
Die Drucker-Liste erhebt den Anspruch, eine ganzheitliche Bewertung eines Unternehmens liefern zu können. In die Bewertung fliessen 37 Metriken ein von Marktanteilsdaten, über Patentanmeldungen bis hin zu den Mitarbeiterbewertungen auf Glassdoor, einer Website, auf der Angestellte ihre aktuellen oder ehemaligen Arbeitgeber bewerten. Auffallend ist, dass die Top-Plätze fast ausschliesslich von IT-Firmen belegt werden. Nur zwei der Top-10 sind keine Technologiefirmen.
 
Amazon belegt mit 89 Punkten den ersten Rang und erhält besonders gute Noten was die Innovationskraft angelangt. Nur AT&T ist noch innovativer, so das Ranking. Schlechte Bewertungen allerdings erhält der E-Commerce-Gigant, was die soziale Verantwortung anbelangt. Hier liegt Amazon im unteren Fünftel der Rangliste. Die schlechte Bewertung kommt nach Jahren von kritischen Berichten über die Arbeitsbedingungen der Lagerarbeiter oder die mangelnde Transparenz was Umweltschutzfragen betrifft, schreibt das 'Wall Street Journal'.
 
Hinter Amazon folgt Apple, mit sehr guten Bewertungen in den Bereichen Finance und Innovation. Ebenfalls noch aufs Stockerl hat es Alphabet geschafft.
 
Vielleicht überraschend liegt IBM auf dem fünften Platz. Besonders gute Noten erhält Big Blue in der Kundenzufriedenheit. Hier liegt das US-Unternehmen insgesamt auf dem dritten Rang. Hinter IBM liegt Microsoft, wie aus dem Ranking hervorgeht. Ebenfalls noch unter die Top-10 haben es 3M, Cisco und Nvidia geschafft.
 
Produkte verändern ganze Branchen
Warum aber wird das Ranking von IT-Firmen dominiert? Sie schneiden über alle fünf Bereiche hinweg meist gut ab und liegen jeweils in den oberen 15 bis 20 Prozent der Bewertung, die 600 US-Firmen unter die Lupe genommen hat, fasst das 'Wall Street Journal' zusammen. Amazon, Apple und Alphabet seien innovativ und die Kundenzufriedenheit sei sehr hoch, da viele der Produkte – das Cloud-Angebot, Smartphones, Drohnen oder auch autonome Autos – ganze Branchen neu gestalten und auch das soziale Verhalten ändern.
 
Als weiteren Erklärung nennt die US-Zeitung das Outsourcing. Microsoft oder Alphabet lagern viel der Arbeit an vorderster Front aus. Auf der Gehaltsliste der Unternehmen bleiben verhältnismässig mehr gut bezahlte Angestellte, die von Boni und sonstigen Vorteilen profitieren. Dies trage zur guten Bewertung in der Mitarbeiter-Rubrik bei, so Rick Wartzmann, Direktor des KH Moon Center des Drucker Instituts, zum 'Wall Street Journal'. "Deren Angestellte sind die Gewinner der Wissensgesellschaft", sagt er. (kjo)