Glarus hoch3 erhält eine 800'000-Franken-Geldspritze

Der Kanton schiesst erneut Geld ein, obwohl die vorberatende Kommission klar dagegen war.
 
Die finanzielle Situation des IT-Dienstleisters Glarus hoch3 ist seit Jahren nicht besonders rosig. Dem Unternehmen in Besitz der drei Glarner Gemeinden und des Kantons, musste von diesen bereits 2015 mit einem Darlehen von 1,7 Millionen Franken unter die Arme gegriffen werden. Nun hat das Glarner Kantonsparlament entschieden, dass Glarus hoch3 wiederum je 200'000 Franken von den drei Glarner Gemeinden sowie dem Kanton erhält: 800'000 Franken insgesamt.
 
Diesmal geht es aber nicht um eine zu stopfende Finanzierungslücke, sondern um eine Erhöhung des Kapitalstocks, wie Kaspar Becker, Präsident der Finanzaufsichtskommission, auf Anfrage von inside-it.ch bestätigt. Ende 2016 hatte der Eigenfinanzierungsgrad nur 13 Prozent betragen und soll mit dem Geld auf rund 40 Prozent angehoben werden.
 
Dies hat angesichts der politischen Querelen um Glarus hoch3 trotzdem einige Sprengkraft. Zumal die vorberatende Kommission des Kantonsparlaments das Geld mit einer Zweidrittelmehrheit nicht sprechen wollte. Die Kommission hatte darauf verwiesen, dass die Kapitalerhöhung aufgrund des geringen unternehmerischen Risikos nicht notwendig sei. Zudem beziehe der Kanton keine Dienstleistungen von Glarus hoch3 und solle sich entsprechend nicht an der Kapitalstockerhöhung beteiligen.
 
SP sowie SVP waren zudem auf Oppositionskurs gegen die Finanzspritze gegangen. Sie erklärten, dass die Stimmbürger an der Landsgemeinde 2016 das Informatikgesetz und damit auch eine selbständige IT-Organisation zurückgewiesen hätten. Hier dürfte auch eine gewisse Angst vor einer Art Präjudiz mitgespielt haben: Wenn sich der Kanton jetzt weiter an Glarus hoch3 beteiligt, würde das den Weg für die Zukunft vorspuren.
 
Finanziell stelle die Finanzspritze aber kein Risiko dar, erklärt Kaspar Becker. Mit den drei Gemeinden habe Glarus hoch3 Kunden, die ihre Dienstleistungen auch künftig zuverlässig zu bestimmten Preisen beziehen würden. (ts)