Kritische Infrastruktur wird an Polycom angehängt

Der Bundesrat hat an seiner heutigen Sitzung die nationale Strategie zum Schutz kritischer Infrastrukturen 2018-2020 verabschiedet. Mit dieser sollen Unterbrüche des Internets, gravierende Stromausfälle oder Störungen der Verkehrssysteme verhindert werden.
 
Die Arbeiten werden mit den Strategien zu Cyber-Risiken oder zur Erdbebenvorsorge koordiniert, schreibt der Bundesrat. 2012 hatte die Regierung eine erste nationale Strategie zum Schutz kritischer Infrastrukturen (SKI) verabschiedet. Gleichzeitig verabschiedete der Bundesrat die Nationale Strategie zum Schutz der Schweiz vor Cyber-Risiken (NCS). Die NCS decke damit die Cyber-Aspekte der SKI-Strategie ab. Der Austausch zu Cyber-Risiken erfolge über die Melde- und Analysestelle Informationssicherung (Melani), heisst es im Bericht zur Strategie.
 
In der neuen Strategie sind 17 Massnahmen definiert, mit denen der Bundesrat die Versorgungssicherheit erhalten und in wesentlichen Bereichen verbessern will. Eine der Massnahmen ist es, ein alternatives, ausfallsicheres Datennetz zu realisieren. Zudem sollen die Grundlagen geschaffen werden, um die Betreiber von kritischer Infrastruktur (KI) an dieses Netz anzuschliessen. Um die Sprachkommunikation sicherstellen zu können, werden ausgewählte KI-Betreiber an das Sprachfunknetz des Bundes Polycom angeschlossen. Hier gebe es noch zu klären, welche KI-Betreiber angeschlossen werden sollen und welche technischen und finanziellen Bedingungen diese dafür erfüllen müssen.
 
Wie dem Bericht zu entnehmen ist, steckt hinter der Strategie ein enormer Koordinationsaufwand zwischen den verschiedenen Departementen und Sektoren, dem Bund und den Kantonen sowie den privaten Anbietern, wie den Betreibern von Krankenhäuser. Auch die internationale Zusammenarbeit sei von Bedeutung.
 
Die Umsetzung der nationalen SKI-Strategie erfolge im Rahmen der bestehenden Zuständigkeiten. Die Koordination erfolge durch die Geschäftsstelle SKI im Bundesamt für Bevölkerungsschutz (BABS) und werde durch den Einbezug der relevanten Behörden, der Wirtschaft, insbesondere KI-Betreiber, und der Wissenschaft sichergestellt. Die vorliegende Strategie wird per 2022 überprüft und bei Bedarf aktualisiert. (kjo)