Langenthal lagert IT-Betrieb aus

Das Outsourcing mache interne Ressourcen für dringliche Projekte frei. Zu Entlassungen soll es nicht kommen.
 
Die Stadt Langenthal will zukünftig den kompletten IT-Betrieb mit seinen Schlüsselprozessen auslagern. Konkret geht es laut der Ausschreibung auf Simap um die Bereitstellung der IT-Infrastruktur (Server, Speicher, Netzwerke, Systemsoftware) in zwei Rechenzentren in unterschiedlichen Gefahrenzonen (Geo-Redundanz, Standort Schweiz). Zudem wird eine Disaster-Recovery-Lösung gesucht und es muss die Migration von der heutigen IT-Plattform auf die des neuen Outsourcing-Partners übernommen werden.
 
Zudem umfasst der Auftrag die Anbindung an das städtische Datenkommunikationsnetz und das gesamte Print-Management-System sowie die Übernahme der Applikationen und Daten. Weiter wird der systemübergreifende RZ-Betrieb inklusive die "Wahrnehmung sämtlicher IT-betrieblicher Schlüsselprozesse im Rahmen eines End-to-End-Services" sowie das Lifecycle-Management für die lokal installierte Arbeitsplatzinfrastruktur wie Thin-Clients, PCs oder auch Monitore verlangt. Die Vertragslaufzeit wird mit fünf Jahren angegeben, wobei der Vertrag verlängert werden kann.
 
Zunehmende Komplexität führte zum Outsourcing-Entscheid
Der Langenthaler IT-Chef Aris Zemp hielt auf Anfrage von inside-channels.ch fest, dass die Rechtsabteilung der Stadt keine Notwendigkeit sehe, abgesehen von der Ausschreibung über das Projekt zu informieren.
 
Auf Rückfrage beim Stadtpräsident Reto Müller, reagiert der Verwaltungsleiter und Stadtschreiber Daniel Steiner. Er hält in einer E-Mail fest, dass sich Langenthal für das Outsourcing wegen der zunehmenden Komplexität der Anforderungen an den IT-Betrieb entschieden habe.
 
Dem Entscheid liege eine detaillierte Analyse der Vor- und Nachteile zugrunde: "Wesentlich ist, dass durch das Outsourcing des IT-Betriebes die damit verbundenen Ansprüche professionell und immer "state of the art" erbracht werden, was aufgrund der rasanten Entwicklungen durch eine eher kleine Informatikabteilung nicht gewährleistet werden kann".
 
Zudem würden interne Ressourcen für weitere IT-nahe, dringliche Projekte frei, für die derzeit ein "Überhang" bestehe, so Steiner weiter. Deshalb gehe man auch davon aus, dass bei einem Outsourcing keine Mitarbeiter entlassen werden, stellt er klar.
 
Damit will die Stadt ohne Entlassungen auskommen, obwohl aktuell der "gesamte IT-Betrieb der Stadtverwaltung inklusive Volksschulen durch die Informatikabteilung der Stadtverwaltung Langenthal" mit punktueller Unterstützung durch externe Partner sichergestellt wird, wie Steiner schreibt. Der nicht veröffentlichte politische Entscheid, der der "Ausschreibung zugrunde liegt, wurde vom Gemeinderat auf Antrag der Steuergruppe Informatik gefällt".
 
Dass sich auf den Webseiten von Langenthal keine Hinweise auf das Outsourcing finden lässt, begründet Steiner damit, dass "Gemeinderatsentscheide, soweit nicht spezialgesetzlich vorgeschrieben, generell nicht publiziert" werden.
 
Keine Angaben zu den Kosten
Angaben zu den erwartbaren Kosten wurden keine gemacht. Aber Steiner erklärt, dass "in den kommenden Budgets der Erfolgsrechnung der Stadt Langenthal die diesbezüglichen Kosten transparent dargestellt sind, voraussichtlich erstmals im Budget der Erfolgsrechnung 2019". (vri)