Es herrscht Zufriedenheit bei den IT-lern von morgen

Wie im vergangenen Sommer die 2600 IT-Lehrlinge der Schweiz in ihren neuen Lebensabschnitt gestartet sind, hat ICT-Berufsbildung Schweiz abgefragt. Zwei Monate nach Lehrbeginn haben sich 748 Lehrlinge an der vom Institut für Wirtschaftsstudien Basel (IWSB) durchgeführten Online-Befragung beteiligt. 96 Prozent von ihnen gaben an, sehr oder eher zufrieden mit ihrer Berufswahl zu sein, wie es in einer Mitteilung heisst. Sie würden alle eine solche Lehre ihren Freunden empfehlen, so die Detailauswertung von ICT-Berufsbildung Schweiz.
 
Auf dem Prüfstand kamen die Lehren in der Applikationsentwicklung, Betriebsinformatik, Systemtechnik, Mediamatik und Informatikpraktik. Ausschlaggebend für die Berufswahl war meistens die Bedeutung der IT für die Zukunft und das persönliche Interesse, während den Verdienstmöglichkeiten nur marginale Bedeutung zugeschrieben wurde.
 
Bedeutsam war laut der Umfrage für 35 Prozent der künftigen ICT-Fachkräfte eine Schnupperlehre. Sie hätte ihren Berufsentscheid mitgeprägt und eine wichtige Rolle gespielt. 47 Prozent haben ihre Lehrstelle über diesen Kanal erhalten, 57 Prozent sich klassisch auf eine Stelle beworben.
 
Von den Antwortenden absolvieren 77 Prozent oder knapp 600 Auszubildende ihre Lehre in einem Betrieb, 19 Prozent in Vollzeit an einer Informatikmittelschule mit Lehrwerkstatt während drei Prozent ein für Maturanden auf zwei Jahre verkürztes sogenanntes Way-up und ein Prozent einen ebenfalls zweijährigen Umsteigerlehrgang für Erwachsene besuchen.
 
Bei der Betriebsausbildung dominieren Grossunternehmen mit mehr als 250 Mitarbeitenden, wo 47 Prozent ihre Ausbildung angetreten haben. 28 Prozent sind es in Betrieben mit 50 bis 249 Mitarbeitenden, 15 Prozent in kleineren KMU mit zehn bis 49 Mitarbeitern und zehn Prozent in Kleinstfirmen. Übrigens sind nur 16 Prozent aller neuen ICT-Lehrlinge Frauen, allerdings mit markanten Unterschieden. Denn in der Mediamatik-Ausbildung sind mit 34 Prozent mehr als doppelt so viele Frauen vertreten.
 
Interessant ist, dass mit 41 Prozent überdurchschnittlich viele Jugendliche mit einer ICT-Lehre die Berufsmaturität anstreben. Weist doch der Durchschnitt der hiesigen Berufsmaturitätsquote über alle Berufe hinweg nur einen Anteil von 14 Prozent aus. Und bemerkenswert dürfte auch sein, dass das Modell der Vollzeitschule vor allem in den Westschweizer Kantonen überwiegt.
 
Zentral für die Berufswahl sind laut der Umfrage Familie (61 Prozent) und Internet (46 Prozent), die sozialen und Printmedien spielten dabei kaum eine Rolle. Für kaum einen war die Berufswahl übrigens zweite Wahl. Vielmehr gaben 40 Prozent an, den Beruf schon vor der Lehre als Hobby betrieben zu haben und fast eben so viele sagten, sie wollten schon immer in die Informatik.
 
Interessant sind auch die als Alternativen zu einem ICT-Beruf genannten Ausbildungen. Demnach interessierten sich 26 Prozent für das Gymnasium und 22 Prozent für eine kaufmännische Lehre. Schliesslich weist ICT-Berufsbildung Schweiz noch darauf hin, dass 62 Prozent sich erst im letzten Schuljahr mit der Berufswahl aktiv auseinandersetzten. (vri)