"Heisser" Startup WayRay kommt nach Zürich

So soll WayRays AR-Mensch-Maschinen-Interface in einem zukunftigen Auto aussehen. Illustration: WayRay.
2018 sollen die ersten Produkte von WayRay das Autofahren verändern. Firmengründer Vitaly Ponomarev hat uns besucht.
 
Das Lausanner Startup WayRay gehört zu den interessantesten Projekten der Schweizer Hightech-Szene. WayRay entwickelt Unterhaltungs- und Navigationssysteme für Autos. Der Clou: Die Informationen werden holografisch auf die Windschutzscheibe projiziert. Für die Fahrer wird es aussehen, wie wenn Informationen – zum Beispiel Wegmarkierungen – auf die Umgebung – zum Beispiel die Strasse – projiziert würden. Glaubt man dem Startup, so wird die Technologie von WayRay das Autofahren völlig verändern.
 
Dass der chinesische Internet-Gigant Alibaba mit 18 Millionen Franken bei WayRay eingestiegen ist, weist darauf hin, dass nicht nur wir die Ideen von WayRay spannend finden. Wie der Gründer und CEO von WayRay, Vitaly Ponomarev, bei einem Besuch auf der Redaktion sagte, hat seine Firma einen technologischen Vorsprung zur Konkurrenz. Denn WayRay setzt selbst entwickelte Dünnfilme, die von Autoherstellern in die Windschutzscheibe eingebaut werden, als holografisches Medium ein. Die Bilder werden mit eigener Software auf ebenfalls selbst entwickelter, sehr leistungsfähiger Hardware hergestellt.
 
Falsche Bescheidenheit kann man Ponomarev nicht vorwerfen: "Wir haben das beste holografische Labor der Welt". Viele der 170 Leute, die bei WayRay in Lausanne, Moskau und San Francisco arbeiten, kommen aus der russischen Raumfahrt. "Die besten Forscher der Welt, wenn es um Holografie geht," sagt Ponomarev.
 
Noch gibt es von WayRay keine Produkte, die man ausprobieren oder kaufen könnte und noch kein Autobauer hat WayRay eingebaut. Doch das soll sich rasch ändern. Schon an der CES wird WayRay gemäss Ponomarev das AR-Infotainment-System zusammen mit dem AR-Navigationssystem "Navion" zeigen und noch 2018 soll es erste (chinesische) Autos mit einem eingebautem Navigationssystem von WayRay geben. Wie die 'Handelszeitung' heute berichtete, wird der chinesische Autohersteller Banma als erster Technologie von WayRay verbauen.
 
Bald auch im Raum Zürich
Die
Vitaly Ponomarev beim Besuch der Redaktion
Schweiz sei der beste Standort für ein Technologie-Startup der Welt, sagt Ponomarev. Man sei nahe an den potentiellen Kunden in Deutschland und Italien und die Gesetzgebung eigne sich, um die eigene Forschung zu schützen.
 
Einen weiteren Schweizer Standort wird WayRay im Raum Zürich aufbauen. Ponomarev ist unter anderem am Know-How in Sachen Materialwissenschaft und Automobilbau rund um ETH und Empa interessiert. Wo der Standort genau sein werde, wollte uns der WayRay-Gründer nicht sagen. Der 'Handelslzeitung' sagte er allerdings mehr: Es wird Schaffhausen sein.
 
Wie Apple
In weiterer Zukunft wollen Ponomarev und der Westschweizer Investor und Berater Philippe Monnier, der als Aktionär und aktiver Verwaltungsrat auftritt, WayRay zu einer Art Apple der Autoelektronik machen. Denn WayRay soll zu einem Marktplatz werden, auf dem andere Anbieter AR-Apps entwickeln und Content verkaufen können. Interessant wird dieses Modell, wenn Autos selbst fahren. Dann werden Fahrer und Passagiere viel mehr Zeit haben, Medien zu konsumieren. So ist etwa vorstellbar, dass Informationen über die Umgebung, die man durchfährt, gezeigt werden. (hc)