Vorzeige-Fintech Monetas ist konkurs

Das Zuger Kantonsgericht hat den Konkurs über das einstige Vorzeige-Fintech Monetas eröffnet, berichtete die 'Luzerner Zeitung'. Die Gesellschaft befindet sich in Liquidation, bestätigt ein Blick ins Handelsregister. Das von Johann Gevers im Jahr 2012 in Kanada gegründete Startup Monetas hat seit 2013 seinen Sitz in Zug.
 
Monetas arbeitet an einer Blockchain-basierten Plattform, über die Menschen, die nicht über ein Bankkonto verfügen, Finanzgeschäfte abwickeln können. Laut einem Brief an die Investoren im November 2017 hat das Fintech auch einen ersten kommerziellen Kunden gewonnen. Der Deal sei "unterschreiben und besiegelt", heisst es im Dokument, das 'Swissinfo.ch' vorliegt.
 
Monetas war einer der Gewinner der Swisscom Startup Challenge 2015. Zuvor meldete das Unternehmen, dass man sich über eine Finanzierungsrunde eine Million Franken sichern konnte und es für weitere fünf Millionen Franken Interessenten gebe. Wie die 'Luzerner Zeitung' schreibt, hätten "dem Vernehmen nach über 200 Investoren insgesamt zehn Millionen Franken" in das Fintech investiert.
 
Offenbar gab es schon länger Gerüchte darüber, dass beim Fintech das Geld knapp werde und dass es das Jungunternehmen nicht schaffe, neue Investoren zu finden. Laut 'Finews' habe CEO Gevers seine Investoren im Oktober informiert, laufende Projekte wegen Geldmangel gestoppt zu haben. Auch habe er alle Mitarbeitenden entlassen müssen. Dem Bericht zufolge blieben nur wenige Vertragspartner bei Monetas. Das Kernteam bleibe dem Unternehmen für sechs Monate auf Auftragsbasis erhalten, heisst es.
 
Laut 'Luzerner Zeitung' gab es schon vor einem Jahr Probleme beim Jungunternehmen. Ein Projekt in Tunesien habe man auf Eis legen müssen und Ende 2016 hätte ein Grossteil der Angestellten Monetas verlassen. Monetas-CEO Gevers war für Anfragen von 'Finews' und der 'Luzerner Zeitung' nicht zu erreichen. (kjo)