Inselspital ändert die Sourcing-Strategie (Update)

Das Spital will in die Multi-Cloud und der langjährige Partner T-Systems kriegt nur den halben Auftrag.
 
Das Inselspital hat unter dem Titel "Data Center Services" die Zuschläge für seine IT-Systeme und Server, Betriebssysteme, Datenbankdienste und -Systeme plus Speichermedien für die nächsten fünf Jahre vergeben. Der Hauslieferant der Berner Grossklinik, T-Systems arbeitet seit dem Jahr 2000 für das Unispital, muss diesmal bei dem bis zu 40 Millionen Franken umfassenden Auftrag erhebliche Abstriche in Kauf nehmen. Die Hälfte des Volumens geht an Dauerkonkurrenten Swisscom.
 
Wie René Beer, Projektleiter ICT des Spitals, auf Anfrage von inside-it.ch ausführt, umfasst der Auftrag auch die Umstellung auf Cloud-Services. Man werde sich von der bisher dediziert betriebenen Server-Technik verabschieden und eine entsprechende Cloud-Plattform aufbauen. Ausserdem werde unter anderem zur Risiko- und Kostenminimierung die Plattform so aufgebaut, dass sie den Multiprovider-Betrieb erlaube. Das erlaube, so Beer weiter, beispielsweise Applikationen die End-of-Life sind oder Teile der Betriebsumgebung, die derzeit noch von T-Systems betrieben werde, sukzessive an den jeweils am besten geeigneten der beiden Provider zu vergeben.
 
Auf die Frage, was es bedeutet, dass T-Systems einen so grossen Auftrag verliert, herrscht bei dem IT-Dienstleister Schweigen. Man beruft sich auf die Einsprachefristen einer Ausschreibung. Was es bedeutet, in dem ohnehin eng begrenzten Schweizer Markt einen so grossen Auftragsbrocken ausgerechnet an den Lokalmatador Swisscom abgeben zu müssen, will T-Systems frühestens nach Ablauf einer "Frist von 10 Tagen" erklären, wie Pressesprecherin Karin Riedel per Mail mitteilt. (vri)
 
Korrigenda (19.12.2017): "Das Inselspital hält fest: Wie sich die Aufträge auf die beiden Provider verteilen wird, steht zum heutigen Zeitpunkt noch nicht fest. Die Multiprovider-Strategie des Inselspitals sichert Wahlfreiheit; ein Workload kann auf die Plattform gebracht werden, die ihm in Bezug auf Sicherheit, Performance und Betriebskosten gerecht wird. T-Systems verliert keinen Auftrag, sondern erhält Konkurrenz." Wir entschuldigen uns für die Falschaussage bezüglich der Auftragsaufteilung. Die Redaktion.