Nvidia will keine Consumer-GPUs in RZs

Die unnatürlich hohen Grafikkartenpreise bleiben aber, denn Blockchain-Mining bleibt erlaubt.
 
Nvidia hat mit einer Änderung der Lizenzbestimmungen für den Gebrauch der Software für seine GeForce- und Titan-Grafikchips einige verärgerte Online-Kommentare hervorgerufen. "No Datacenter Deployment", heisst es in einem neuen Absatz der Bestimmungen. "The Software is not licensed for datacenter deployment, except that blockchain processing in a datacenter is permitted."
 
Grafikchips beziehungsweise Grafikkarten sind seit Jahren oft ein Bestandteil von Hochleistungshardware in Rechenzentren, da sie im Vergleich zu CPUs wesentlich mehr reine Rechenleistung fürs Geld bieten. Einsatzgebiete sind beispielsweise Machine Learning und künstliche Intelligenz. Die Nachfrage aus diesem Bereich war ein Hauptgrund dafür, dass der Börsenkurs von Nvidia 2017 um 85 Prozent gestiegen ist.
 
Für den Einsatz in Rechenzentren hat Nvidia schon vor knapp zehn Jahren eine eigene Produktlinie, die "Tesla"-Karten, entwickelt, die ursprünglich vor allem in Supercomputern eingesetzt wurden.
 
Die für Grafikkarten für Desktops vorgesehenen GeForce- und Titan-GPUs seien dagegen nie für den Einsatz in Rechenzentren konzipiert gewesen, wo 24x7-Betrieb gefragt sei und in dicht gepackten Racks oft komplexe thermale Bedingungen herrschen, erklärte ein Nvidia-Sprecher auf Anfrage von 'CNBC'.
 
Forscher an Hochschulen, aber auch einige Serverhersteller, verwenden trotzdem manchmal die nicht wesentlich leitungsärmeren, aber deutlich billigeren Consumer-Grafikkarten für Hochleistungssysteme. Die neue Bestimmung machen dies schwieriger. Sie müssten nun entweder eigene Treibersoftware schreiben, oder ständig bei einer älteren Version der Nvidia-Software verharren, für die noch die frühere Lizenz gilt. Vor allem Forschern lässt Nvidia aber eine Hintertüre: Man wolle mit den Usern von Fall zu Fall reden und habe nicht vor, nicht-kommerzielle Anwendungen zu unterbinden.
 
Dass Nvidia Blockchain-Mining in Rechenzentren aber ausdrücklich weiterhin erlaubt, scheint nicht sehr konsequent. Auch Mining wird allerdings meist im 24x7-Betrieb und oft in dicht gepackten Racks ausgeübt. Die Menge der von Forschern oder Serverherstellern gekauften Consumer-Grafikkarten dürfte zudem im Vergleich zu den von Minern erstandenen Mengen verschwinden klein sein. Gerade dies heisst aber auch, dass Nvidia die Nachfrage aus dem Camp der Miner kaum kappen will. Diese sorgte im vergangenen Jahr für Nachschubprobleme und damit dafür, dass die Preise für Grafikkarten vor allem im unteren bis mittleren Preisebereich zeitweise um das Doppelte oder mehr stiegen. Grafikkarten werden gegenwärtig hauptsächlich für das Mining der Kryptowährung Ethereum eingesetzt. (hjm)