Skandalbuch "Fire and Fury": Was Trump mit Elon Musk, Jeff Bezos und Ginni Rometty…

"Fire and Fury" des US-Journalisten Michael Wolff stürmt die Bestseller-Listen weltweit und beherrscht alle Schlagzeilen. In seinem Insider-Porträt von Donald Trump und dessen Familie wie der US-Administration werden allesamt als unfähig oder unwissend porträtiert. Einige süffige Anekdoten über die Tech-Grössen hat der Journalist Wolff, der nach eigenen Aussagen monatelang als "Fliege an der Wand" im Weissen Haus mithörte und recherchierte, auch zu erzählen.
 
Beginnen wir mit Elon Musk. Zuerst zum Mond, dann zum Mars, hatte Trump letzten Dezember die neue Weltraum-Strategie der USA definiert. Dabei hat wohl nicht nur ein Gremium unter der Führung von Vizepräsident Mike Pence Vorarbeiten geleistet, sondern auch Elon Musk.
 
Dieser hatte sich im Vorfeld nicht nur sehr vorsichtig über Trump geäussert, sondern durfte diesem auch vor dem offiziellen Amtsantritt seine Marspläne präsentieren. "Trump sprang sofort darauf auf", schreibt Wolff.
 
Musk wurde denn auch Mitglied eines Business-Councils, mit dem der Schwiegersohn Jared Kushner für den Präsidenten eine Art "VIP-Bubble" schaffen wollte, in welchem Trump fragen und diskutieren konnte. Musk trat allerdings sofort wieder aus, nachdem Trump den Ausstieg aus dem Pariser Klimaabkommen bekanntgegeben hatte.
 
In diesem kurzlebigen Gremium sassen primär altbekannte Fortune-100-Executives traditioneller Industrien. Aber auch IBM-Chefin Ginni Rometty und Intel-Chef Brian Krzanich. Beide stiegen freiwillig und rasch wieder aus dem Gremium aus, während der damalige Uber-Chef Travis Kalanick von protestierenden Fahrern, Kunden und Mitarbeitern dazu motiviert wurde.
 
Peter Thiel, Paypal-Mitgründer und Facebook-Verwaltungsrat, war einer der wenigen Silicon-Valley-Grössen, die Trump verbal und mit viel Geld unterstützten. Ein naiver Fan allerdings. Thiel sei zwar gewarnt worden, dass Trump ihm unsterbliche Freundschaft versprechen würde, aber deswegen trotzdem kein Telefon annehmen werde. Und so kam es laut Wolff denn auch.

Ein "Genie" und ein "Idiot"
Amazon-Chef und 'Washington Post'-Besitzer Jeff Bezos stieg in Trumps Universum kurzzeitig sehr hoch auf, nachdem er sofort nach der Wahl Trump-Vater und Tochter Ivanka hofiert hatte. Dies obwohl Trump im Wahlkampf die Amazon-Steuerpraktiken als "mörderisch" gebrandmarkt hatte: "Ein Top-Level Genie", soll ihn Trump (vorübergehend) genannt haben.
 
Der schweigsame Rechtsaussen-Milliardär Bob Mercer, Computerwissenschaftler, AI-Forscher bei IBM und Pionier für Investment-Algorithmen ist weitaus am präsentesten im Buch. Aber hatte er es als Top-Spender, Mentor von Steve Bannon sowie als Aktionär der ultrarechten Nachrichtenseite 'Breitbart' leichter mit Trump und dessen Umgebung? Offenbar solange, wie er nur über Hasenjagd und Big Data reden konnte. Doch Mercer musste mit seiner Tochter als Friedensstifter zwischen Steve Bannon und Trump einspringen. Und Trump soll Mercer für "super seltsam" halten und wolle nicht mit ihm im selben Raum sein. Doch der Präsident traue sich nicht, sich vom Milliardär zu distanzieren, den er als "Weltklasse-Unruhestifter" betrachte.
 
Am denkwürdigsten aus Technologie-Sicht ist wohl ein Telefonat zwischen Medienmodul und Trump-Freund Rupert Murdoch und dem Präsidenten.
 
Trump habe den 'Fox News'-Besitzer angerufen nach einem Treffen mit Silicon-Valley-Granden am 14. Dezember 2016. Wie das Meeting gelaufen sei? "Grossartig, einfach grossartig", so Trump. "Diese Jungs brauchen meine Hilfe. Obama hat viel zu viel reguliert." "Donald", habe Murdoch geantwortet, "diese Jungs hatten Obama acht Jahre in der Tasche, sie haben die Regierung praktisch selbst gemacht." Nein, nein, so Trump mit Verweis auf die privilegierte Einwanderung für qualifizierte Fachkräfte H-1B. "Sie brauchen wirklich diese H-1B-Visa!" Murdoch wies darauf hin, der liberale Ansatz bei Fachkräfte-Visas stehe in Konflikt mit Trumps Hardliner-Immigrationsversprechen. "Ach was, das kriegen wir schon hin", soll Trump unbeeindruckt geantwortet haben. Murdochs Kommentar: "What a f******g idiot". (mag)