Wie Armasuisse die IT-Zukunft sieht

Auch Sicherheitskräfte seien gezwungen, Technologieentwicklungen hinsichtlich Leistung und Potenzial zu überprüfen. Armasuisse mache dies für die Schweizer Armee, heisst es in der Dezember-Ausgabe von 'Armafolio', dem Magazin von Armasuisse. Auch wenn sie nicht beabsichtigten diese zu implementieren, müssten sich Sicherheitskräfte auf neue Technologien und Entwicklungen einstellen. In diesem Kontext wagt das Bundesamt für Rüstung zehn Aussagen zur technologischen Entwicklung in den kommenden 20 Jahren.
 
Armasuisse glaubt, dass Einsatzsysteme künftig mit smarten Funktionen ausgestattet werden. Dies erhöhe deren Autonomie, wobei aber der Mensch weiterhin die Verantwortung für das Resultat ihres Handelns tragen werde, wird betont. Aufgrund der Digitalisierung von Sensoren sowie dem Einsatz von KI könnten Sensorinformationen direkt ausgewertet werden, so eine weitere Prognose. Damit liesse sich die Flut der Informationen auf jene Aspekte reduzieren, die für den Menschen interessant seien.
 
Die Nutzung von Big-Data-Technologien und KI würde prädiktive Analysemöglichkeiten eröffnen. Öffentlich zugängliche Informationen könnten in Echtzeit erfasst und mit eigenen Sensordaten kombiniert werden. So könnten Netzwerkattacken präventiv eingedämmt oder Fehlfunktionen bei komplexen Systemen vermieden werden, wie Armasuisse schreibt.
 
Eine weitere Annahme betrifft Virtual Reality: VR komme künftig nicht nur bei Trainingssystemen sondern auch bei ferngesteuerten Einsatzsystemen zum Einsatz. In bemannten Systemen könne VR das Situationsbewusstsein verbessern.
 
Der digitale Soldat
"Die Einsatzkraft der Zukunft agiert vernetzt und verfügt über ein Health-Monitoring-System, mit welchem ihre Einsatzfähigkeit überwacht werden kann", so eine weitere Prognose. Dieses könne auch durch Augmented Reality oder Exoskelette unterstützt werden. Die gesellschaftliche Akzeptanz werde definieren, wie weit Technologie und Mensch zu einem Gesamtsystem integriert werden, glaubt Armasuisse.
 
Der Robustheit von Systemen misst die Armee grosse Bedeutung zu. Denn die digitale Vernetzung und die Abhängigkeit von technischer Unterstützung könne Vorteil aber auch potenzielle Angriffsfläche sein. Deshalb, wie Armasuisse weiter glaubt, werden Navigationssysteme redundant ausgelegt. Die Abhängigkeit vom globalen Satellitennavigationssystem (GNSS) soll damit reduziert werden und Methoden der bildbasierten Navigation würden immer mehr Bedeutung gewinnen.
 
Neue Materialien, wie etwa Graphen, liessen den Bau von leistungsfähigen Energiespeichersystemen zu. Diese seien für den Einsatz mobiler elektronischer Systeme eine Voraussetzung.
 
Die letzte Aussage von Armasuisse betrifft Kommunikations- und Sensorsysteme. Je nach Belegung, Umweltbedingungen und Bedarf würden diese das elektromagnetische Spektrum künftig agil nutzen können. Die Leistung könne durch intelligente Optimierung von Sende-, Empfangs- und Datenverarbeitungsparametern gesteigert werden. (kjo)