Riesenauftrag des Vereins Citysoftnet geht an Emineo

Zusammengeschlossen im Verein Citysoftnet erteilen die Städte Bern, Basel und Zürich den Zuschlag für ein neues Fallführungs- respektive Klienteninformationssystem (KiSS) an Emineo.
 
Bereits Ende 2014 haben sich die Städte Bern, Basel und Zürich zusammengetan, um gemeinsam ein neues Fallführungssystem respektive Klienteninformationssystem aufzugleisen. Unter der Führung des damals gegründeten Vereins Citysoftnet wurde ein grober Zeitplan erstellt, der bisher weitgehend eingehalten wurde, wie Citysoftnet-Geschäftsführer Thomas Alder gegenüber inside-it.ch festhält.
 
So erfolgte im letzten Frühjahr die Ausschreibung und im Dezember 2017 wurde der Auftrag mit einem Volumen von rund 36,5 Millionen Franken über fünf Jahre an Emineo vergeben. Wegen der Weihnachtsferien sei die Publikation auf Simap erst jetzt erfolgt, sagt Alder.
 
Der Grossauftrag steht allerdings noch unter dem Vorbehalt, dass die drei Städte die nötigen Kredite sprechen müssen. Der entsprechende politische Prozess wird gestartet, wenn in den nächsten zehn Tagen gegen den Zuschlag keine Beschwerde eingereicht wird. Das ist darum möglich, weil nur zwei Unternehmen sich um das Projekt beworben haben.
 
Neues System: ein bisschen SAP, ein bisschen OS und ZLPro
Auf Anfrage erklärt Emineo, dass das neue Fallführungssystem in eher geringem Umfang (Finanzen) auf SAP basieren werde. Weitgehend würde die Lösung auf angepassten Emineo-Modulen wie etwa dem eben erst lancierten ZLPro zur Berechnung von Ansprüchen an Zusatzleistungen beruhen und Neuentwicklungen auf Opensource-Basis umfassen.
 
Laut Alder wird in diesem Jahr parallel zum politischen Prozess nun bei den Städten und bei Emineo eine Organisation für das Projekt aufgebaut. Im günstigsten Fall könnten Ende 2018 dann erste Verträge unterschrieben werden. Von da an sei bis zur Einführung ab frühestens 2021 mit einer mindestens 2,5-jährigen Entwicklungs- und Parametrisierungsphase zu rechnen, so Alder weiter.
 
Gemeinsame Entwicklung soll zu Standard führen
Die Zusammenarbeit der drei Städte erhöhe die Chance, dass sich das neue Fallführungssystem zu einem Schweizer Standard entwickeln könnte, hiess es bei der Gründung von Citysoftnet.
 
Alle Städte verwenden derzeit Fallführungslösungen, deren Lebensdauer in den nächsten Jahren auslaufen wird. Statt drei individuelle Nachfolgelösungen zu suchen, wollen die beteiligten Partner auf eine gemeinsame Lösung setzen, hiesst es in der heutigen Mitteilung. Ein gemeinsames Vorgehen der drei grössten Deutschschweizer Städte erschliesse Synergien.
 
In Basel ist aktuell Tutoris.NET von Infogate im Einsatz. In Zürich wie in Bern ist die Software KiSS (Klienteninformationssystem) im Einsatz, doch sind die beiden Lösungen nicht vergleichbar, weil in Zürich alles ein Stück grösser ist.
 
Die Standardsoftware KiSS hat eine belebte Geschichte hinter sich. Bedag übernahm die Software im Jahr 2011 von Born Informatik. Sie war auch Teil des gescheiterten FAMOZ-Projekts der Stadt Zürich. Anfang 2017 schliesslich verkaufte Bedag KiSS wieder. (vri/kjo)