Forderung nach gratis WLAN in Bern erneut abgelehnt

Der Berner Stadtrat hat eine Forderung nach flächendeckendem, kostenlosem WLAN in der Stadt Bern erneut abgelehnt. Der neue Anlauf von bürgerlichen Fraktionen, ein WLAN-Netz zu schaffen, das mittels zentraler Authentisierung einen Benutzer automatisch mit dem nächst gelegenen WLAN verbindet, ist damit gescheitert.
 
Eigentlich stellte die Berner Stadtregierung bereits 2008 ein flächendeckendes WLAN in Aussicht. So richtig viel Schwung kam aber nie in die Sache. 2012 versuchte die BDP/CVP-Fraktion mit einem Vorstoss Druck zu machen. Auch dieser Vorstoss scheiterte jedoch dazumal im Stadtparlament. Im Februar 2015 schliesslich blies die Stadtregierung die WLAN-Offensive aus Kostengründen ab. Der Nutzen sei im Vergleich zu den Kosten zu gering.
 
Nun starteten die Fraktionen GFL/EVP, BDP/CVP und FDP einen neuen Anlauf. Sie forderten eine nicht gewinnorientierte Trägerschaft zu schaffen, welche die Planung, den Aufbau und den Betrieb des Netzes an die Hand nimmt und alle Akteure koordiniert. "Die Zielgruppe sind Touristen und Jugendliche sowie Wenigverdienende, welche sich eine Flatrate nicht leisten können", sagte Matthias Stürmer (EVP) im Namen der Motionäre.
 
Obwohl innerhalb vieler Fraktionen keine Einigkeit herrschte, wurde der Vorstoss schlussendlich mit 35 Nein zu 26 Ja bei 5 Enthaltungen abgelehnt. Da half auch nicht, dass die Motionäre bereit waren, den Vorstoss in ein Postulat zu wandeln. Das Anliegen wäre dadurch nur zur Prüfung an den Gemeinderat geleitet worden. (sda/kjo)