Hypi Lenzburg lanciert "virtuelle Bankomaten"

Die Hypothekarbank Lenzburg macht einen weiteren Schritt in Sachen Digitalisierung: Die Hypothekarbank flanscht die App des Zürcher Startups Sonect an sein Kernbankensystem Finstar an. Kunden können dadurch ihr Smartphone benützen, um in bestimmten Ladengeschäften Bargeld von ihrem Konto bei der "Hypi" abzuheben. Erster Partner ist die Lindenapotheke. Kunden der Lenzburger Bank sollen bis Ende des ersten Quartals in Filialen in Dornach, Füllinsdorf, Kaiseraugst, Ober- und Unterentfelden, Rupperswil, Schöftland und Suhr Bargeld beziehen können. Grundsätzlich steht das Sonect-Programm allen Geschäften offen.
 
Für die Bank ist dies eine Möglichkeit, ihr Netz an Bankomaten – gegenwärtig sind es 25 – ohne grosse Investitionen durch "virtuelle Bankomaten" zu ergänzen und zu verdichten.
 
Die Sonect-Plattform kommuniziert mit dem Finstar-System über eine gesicherte Schnittstelle gemäss offenen Standards. Die Hypothekarbank Lenzburg hatte diesen Open-API-Layer im letzten Sommer in einen Testbetrieb genommen. Mit der Inbetriebnahme der neuen Geldbezugsfunktion sei die Testphase erfolgreich beendet und die offene Schnittstelle werde im operativen Finstar-System aktiviert, teilt die Bank nun mit. In den kommenden Monaten solle Finstar mit weiteren Fintech-Angeboten ergänzt werden.
 
Die Lenzburger nutzen Finstar nicht nur selbst, sie betreiben das Kernbankensystem auch für einige andere Banken.
 
Die Hypothekarbank Lenzburg hat in den letzten Jahren in Sachen Digitalisierung oft eine Pionierrolle eingenommen und mit Fintechs kooperiert. Wieso wagt das die vergleichsweise kleine Bank? In einem Interview mit 'Finews' erklärt CEO Marianne Wildi, dass das Risiko ihrer Meinung nach gar nicht so gross sei. Und: "Der grosse Vorteil ist unser eigenes Kernbankensystem Finstar, in welchem wir die Schnittstellen jeweils individuell anpassen können." (hjm)