Gemeinden suchen Kredite über sechs Milliarden Franken auf Fintech-Plattform

Loanboox hat heute den Abschluss des Geschäftsjahres 2017 publiziert. Das Zürcher Fintech bietet seit September 2016 eine Peer-to-Peer Finanzierungsplattform für die Öffentliche Hand der Schweiz. Wenn etwa eine Gemeinde einen Kredit sucht, kann sie über die Plattform bei einer anderen Gemeinde oder bei einem institutionellen Geldgeber fündig werden. Gemeinden, Städte und Kantone haben auf diesem Wege 2017 Kredite in Höhe von rund sechs Milliarden Franken gesucht, wie Loanboox auf Anfrage von inside-it.ch bestätigt. "Wir haben unsere ehrgeizigen Ziele erreicht, zum Teil sogar übertroffen", lässt sich Stefan Mühlemann, Gründer und CEO von Loanboox, in einer Mitteilung zitieren.
 
Mittlerweile seien rund 600 Städte, Gemeinden und Kantone sowie 200 institutionelle Kapitalgeber und Banken auf der Plattform aktiv, so Loanboox. Seit Gründung des Unternehmens im September 2016 wurden insgesamt rund sieben Milliarden Franken gesucht, verteilt auf rund 500 Finanzierungsanfragen. Welches Kreditvolumen über die Plattform allerdings tatsächlich abgewickelt wurde, kommuniziert das Unternehmen nicht.
 
Expansion nach Deutschland und weitere Pläne
Seit Oktober des vergangenen Jahres ist Loanboox auch in Deutschland aktiv und unterhält einen Standort in Köln. "Das Interesse ist enorm. Wir müssen die Kommunen fast etwas zurückhalten, damit auch alle Anfragen finanziert werden können", so Andreas Franke, Geschäftsführer von Loanboox Deutschland, in der Mitteilung.
 
Das dreissigköpfige Unternehmen will künftig seine Position auf dem deutschen Markt ausbauen, aber auch international wachsen. Derzeit sind zwei Stellen in Paris ausgeschrieben. Dies sei auch der nächste anvisierte Markt, bestätigt Martina Bühler, Head Marketing und Communication, auf Anfrage. Man habe aber noch weitere Märkte im Auge.
 
Um erfolgreich expandieren zu können, hat das Fintech im Dezember eine Finanzierungsrunde abgeschlossen. Angaben zur Höhe will die Firma nicht bekannt geben. Es seien aber alles Privatpersonen – darunter etwa die Bankinggrösse Hans-Jörg Rudloff – die neben Geld auch Knowhow mitbringen, wie Bühler betont.
 
Loanboox verdient sein Geld mit den Kreditnehmern: Diesen wird auf das abgeschlossene Volumen 0,01 Prozent pro Laufjahr berechnet. Wieviel 2017 mit der Plattform eingenommen wurden, teilt das Startup nicht mit. (ts)