SAP-Anwender machen mehr Geld für Investitionen locker

Aber den Umstieg auf S/4HANA wagt immer noch nur eine Handvoll: Ergebnisse der DSAG-Investitionsumfrage.
 
Die IT-Abteilungen von vielen Unternehmen, die SAP anwenden, scheinen dieses Jahr mehr Geld zur Verfügung zu haben, um neue Projekte anzugehen. Dies gilt sowohl für Unternehmen in der Schweiz als auch im ganzen deutschsprachigen Raum. Der Hintergrund könnten die allgegenwärtigen Digitalisierungsanstrengungen sein.
 
Laut der "Investitionsumfrage 2018" der Deutschsprachigen SAP-Anwendergruppe (DSAG) verfügen 37 Prozent der Befragten in der Schweiz über ein höheres IT-Budget (DACH 40 Prozent) als letztes Jahr. Wenn die Budgets gewachsen sind, beträgt der Anstieg durchschnittlich 17 Prozent. Bei 54 Prozent der Schweizer Unternehmen (DACH knapp 50 Prozent) bleiben die IT-Budgets unverändert. Nur acht Prozent erwarten ein sinkendes Investitionsbudget.

Im Folgenden konzentrieren wir uns auf die Schweizer Ergebnisse der Umfrage, die im Allgemeinen allerdings nur wenig von den Zahlen der Gesamtumfrage abweichen.
Ein Grund für Investitionen ist die Digitalisierung. Dabei scheint den Schweizer Unternehmen derzeit noch etwas mehr als bisher die Digitalisierung bereits bestehender Geschäftsprozesse am Herzen zu liegen. 87 Prozent der befragten Schweizer DSAG-Mitglieder, mehr als 20 Prozent mehr als vor einem Jahr, erklärten, dass sie Investitionen in bestehende Geschäftsprozesse für sehr wichtig oder zumindest wichtig halten. In neue Geschäftsmodelle zu investieren halten für 2018 rund 63 Prozent der Befragten für sehr wichtig oder wichtig.
 
Umstieg auf S/4HANA schleppend
Der Umstieg von der traditionellen Business Suite auf S/4HANA, den SAP so stark propagiert, vollzieht sich laut einem weiteren Ergebnis der Umfrage weiterhin schleppend. Im gesamten DACH-Raum setzen erst drei Prozent der Befragten bereits S/4HANA ein. Vier Prozent der Schweizer Befragten planen einen Umstieg für dieses Jahr. 38 Prozent wollen es innerhalb der nächsten drei Jahre tun, 23 Prozent irgendwann nach 2021. 15 Prozent sind sich noch unsicher und 12 Prozent wollen lieber bei SAP ERP 6.0 bleiben.
 
Die Angaben über Migrationspläne in diesem oder den kommenden Jahren sind zudem mit Vorsicht zu geniessen. Im vergangenen Jahr gaben beispielsweise vier Prozent der Umfrageteilnehmer an, noch innerhalb des Jahres umsteigen zu wollen. Wirklich getan hat es nur rund ein Prozent. "Das könnte daran liegen, dass der Übergang komplexer ist als gedacht und S/4HANA-Projekte daher noch nicht beendet werden konnten", kommentiert dies der DSAG-Vorstandsvorsitzende Marco Lenck.
 
Leonardo? Wer?
Unter dem Brandnamen SAP Leonardo hat der deutsche ERP-Riese ein Portfolio aus Technologien, Anwendungen und Services für das Internet der Dinge zusammengestellt. 17 Prozent der befragten Schweizer Unternehmen planen einen Einsatz von zumindest Teilen des Leonardo-Portfolios. Rund 34 Prozent kennen es gar nicht oder haben es nicht verstanden. "Die Zahlen zeigen, dass die Schweizer Unternehmen durchaus an Leonardo interessiert sind. Aber auch, dass das Interesse bei einer besseren Information noch deutlich höher sein könnte", findet dazu Christian Zumbach, DSAG-Vorstand für die Schweiz. Jedoch gebe es auch DSAG-Mitglieder, die Alternativlösungen von anderen Anbietern in Betracht ziehen, um Digitalisierungsvorhaben umzusetzen. (hjm)
 
(Interessenbindung: Wir sind Medienpartner der DSAG Technologietage.)