Piratenpartei zerrt Digitec Galaxus vor den EDÖB

Stefan Thöni, Co-Präsident der Piratenpartei Schweiz, hat aufgrund eines Datenleaks Einsicht in seine Kundendaten bei Digitec gefordert und auch erhalten. Der Softwareingenieur zeigt sich erstaunt, weil jeder seiner "Klicks auf der Digitec-Seite über drei Monate mit Produkt, IP-Adresse und Zeitstempel gespeichert war". Deshalb wendete sich die Piratenpartei an den Eidgenössischen Datenschutz- und Öffentlichkeitsbeauftragten (EDÖB). Sie fordert, dass Konsumenten einer solchen Datensammlung explizit zustimmen müssten.
 
Alex Hämmerli, Sprecher von Digitec Galaxus, verweist auf Nachfrage von inside-it.ch auf die Datenschutzerklärung, der jeder Neukunde bei Eröffnung seines Digitec-Kontos zustimme. Der Onlinehändler sammle Personendaten zudem nicht nur zu Marketingzwecken, sondern auch zwecks Betrugsbekämpfung: "Teilweise erkennen wir betrügerische Angriffe erst im Nachhinein. In solchen Fällen sind wir darauf angewiesen, dass wir die Daten zurückverfolgen können", sagt Hämmerli. Es würde ihn übrigens erstaunen, wenn andere Onlinehändler Daten nicht in ähnlichem Umfang sammeln würden.
 
An die Begründung glauben die Piraten nicht: Daten über das blosse betrachten von Produkten – die ebenfalls gespeichert würden – seien dafür nicht hilfreich, erklären sie. Es gebe schlicht keinen "gutartigen" Grund, so viele Daten auf Vorrat zu speichern, schreibt die Partei in einem Communiqué. (ts)