CPU-Gate: Neue Chips sollen Problem beseitigen - aber wann?

Intel will im "Verlauf von 2018" Chips ausliefern, die einen Schutz gegen Spectre- und Meltdown-Attacken bieten würden. Dies kündigte CEO Brian Krzanich im Rahmen der Präsentation des Quartalsergebnisses an. Das Unternehmen habe einige seiner "smartesten Köpfe" damit beauftragt, sagte er laut 'Business Insider'. Die nächste Chipgeneration würde Änderungen in der Silizium-Architektur aufweisen, um die Spectre- und Meltdown-Bedrohungen in der Hardware zu adressieren.
 
Anfang Woche musste Intel die eigenen Updates zurückziehen, die eigentlich gegen die Verwundbarkeiten hätten schützen müssen. Das Unternehmen hat den Kunden geraten, die Security-Updates nicht einzuspielen, da sie dazu führen könnten, dass PCs mehrfach unerwartet booten.
 
Wann die Chips auf den Markt kommen ist ebenso unklar wie die Auswirkungen auf die bestehenden Kunden. Eine Hardware-basierte Lösung behebt die Security-Probleme bei bereits installierten Infrastrukturen nicht. Das US-Magazin 'PC World' vermutet aber, dass Intel keinen Rückruf starten werde.
 
Wachstum trotz Security-Debakel
Insbesondere wegen guten Ergebnissen im RZ-Bereich (+20 Prozent) konnte Intel für das Gesamtjahr 2017 einen Rekordumsatz verbuchen. Und auch dem schrumpfende PC-Markt kann der Hersteller einigermassen die Stirn bieten. In dieser Sparte stieg 2017 der Umsatz um drei Prozent.
 
Im vierten Quartal fiel der Umsatz mit 17,1 Milliarden Dollar um vier Prozent höher aus als im Vorjahresquartal. Nach einem Gewinn von 3,6 Milliarden Dollar im vierten Quartal 2016 musste Intel im letzten Quartal rote Zahlen schreiben. Der Verlust von 687 Millionen Dollar sei aber durch einen einmaligen Abschreiber in Höhe von 5,5 Milliarden Dollar verursacht worden, insbesondere weil Abgaben auf im Ausland geparkte Vermögen fällig wurden. Intel betont aber, dass man im Jahr 2018 von niedrigeren Unternehmenssteuern profitieren könne.
 
Der Umsatz im Gesamtjahr stieg um sechs Prozent auf 62,8 Milliarden Dollar. Der Gewinn belief sich auf 9,6 Milliarden Dollar. Trotz der bekanntgewordenen Sicherheitslücke stellt Intel ein weiteres Umsatzplus in Aussicht. Intel rechnet für das Jahr 2018 mit Einnahmen von 65 Milliarden Dollar. Bei Anlegern kam das gut an, die Aktie legte im nachbörslichen Handel um rund vier Prozent zu. Zusätzliche Freude am Markt bereitete eine Dividendenerhöhung. (kjo)