Krypto-Währung: Gehackte Börse entschädigt Kunden

Der millionenschwere Hackerangriff auf eine japanische Trading-Plattform für Kryptowährungen hat Folgen. Die japanische Finanzaufsicht hat die Handelsplattform Coincheck in die Pflicht genommen, nachdem bekannt wurde, dass es Angreifern gelungen ist, Einheiten der Kryptowährung NEM im Wert von über 500 Millionen Dollar zu stehlen.
 
Wie japanische Medien berichteten, rügte die Financial Services Agency (FSA) Coincheck über keine ausreichenden Massnahmen zur Abwehr von Hackerangriffen zu verfügen. Die Plattformbetreiber wurden angewiesen, entsprechende Verbesserungen vorzunehmen. Auch die Polizei plane Ermittlungen zu dem Vorfall, so die japanische Nachrichtenagentur 'Kyodo'.
 
Zum Zeitpunkt des Angriffes seien die virtuellen Münzen in einer Hot Wallet gespeichert gewesen, also in einer über das Internet erreichbaren virtuellen Geldbörse. Die Diebe seien an den privaten Schlüssel gelangt und hätten so das Geld transferieren können, ohne Alarm auszulösen. Der Angriff sei über acht Stunden unentdeckt geblieben.
 
Coincheck will die betroffenen 260'000 Nutzer nun entschädigen. Sie sollen 88,549 japanische Yen (76 Rappen) für jede NEM-Einheit erhalten. Insgesamt 523 Millionen Einheiten seien gestohlen worden. Bestreiten will Coincheck die Rückzahlung aus eigenen Mitteln.
 
Nach Bekanntgabe der Entschädigung zog der NEM-Preis an, nachdem er zunächst rund zehn Prozent nachgab.
 
Der Angriff auf Coincheck ist der verlustreichste seit der Pleite der Bitcoin-Börse MtGox in Japan. Sie hatte im Februar 2014 den Tausch von Bitcoins in reale Währungen ausgesetzt, nachdem Bitcoins im Wert von damals 480 Millionen Dollar aus den Tresoren verschwunden waren. Kurze Zeit später meldete MtGox Konkurs an. (sda/kjo)