Softbank könnte sich an Swiss Re beteiligen

Für den Rückversicherer würden sich dadurch neue Vertriebskanäle – etwa in der "Gig Economy" – öffnen.
 
Der japanische Medien- und Telco-Konzern Softbank interessiert sich offenbar für Swiss Re. Der Schweizer Rückversicherer befinde sich in "vorläufigen Gesprächen" mit Softbank. Es gehe um eine mögliche Minderheitsbeteiligung, so eine kurze Mitteilung von Swiss Re nach einem Bericht des 'Wall Street Journals'. Die Verhandlungen befänden sich noch in einem frühen Stadion und ob es zu einer Transaktion komme, sei noch offen. Swiss Re verwaltete per Juni 2017 Assets über 224 Milliarden Dollar und ist damit einer der grössten Rückversicherer weltweit.
 
Es gehe um eine Beteiligung in einer Höhe von zehn Milliarden Dollar oder mehr, schreibt das 'Wall Street Journal' ('WSJ'). Softbank könnte bis zu einem Drittel des Zürcher Unternehmens erwerben, so die Zeitung mit Berufung auf Insider. Das japanische Unternehmen hat sich nicht zu einem möglichen Investment geäussert.
 
Softbank lancierte vergangenes Jahr einen Investitionsfonds in einer Höhe von fast 100 Milliarden Dollar. Über diesen Vision Fund beteiligte sich das japanische Konglomerat unter anderem an Uber, Nvidia und WeWork. Laut 'Wall Street Journal' sei noch offen, ob das Swiss-Re-Investment direkt von Softbank oder vom Vision Fund komme. Softbank selbst ist unter anderem in Sprint und Alibaba investiert.
 
Was aber will ein Medien- und Telekomunternehmen mit Anteilen eines Rückversicherers?
 
Für beide Konzerne könnten sich neue Geschäftsfelder erschliessen. Swiss Re möchte Produkte nicht nur über Versicherer sondern auch direkt an Kunden vertreiben, so das 'WSJ'. Statt auf menschlichen Versicherungsmakler werde auf neue Technologien gesetzt. Über die Investments habe Softbank beispielsweise Zugang zu den Arbeitnehmern der "Gig Economy", wie die Uber-Fahrer. Diese haben wiederum keinen Zugang zu jenen Versicherungen, die einem klassischen Arbeitnehmer zur Verfügung stehen. Eine potenziell grosse Kundenbasis.
 
Umgekehrt biete Swiss Re enorme Fähigkeiten was Forschung und Entwicklung anbelange. Damit sei der Rückversicherer für den Tech-fokussierten Investor ein naheliegendes Ziel, auch wenn die Ankündigung überraschend gewesen sei, zitiert 'Bloomberg' einen Analysten von Baader Helvea aus Zürich.
 
Daneben sei das Swiss-Re-Business im Vergleich zu den anderen Investments von Softbank ein relativ stabiles Geschäft. Es würde den Japanern eine relativ stabile Einnahmequelle liefern. (kjo)