Auch Zürich testet nun das autonome Fahren

Der "Self-E" unterwegs (Foto: VBZ)
Was in Sion schon eine ganze Weile möglich ist und in Schaffhausen seit letztem Sommer erprobt wird, ist nun auch in der Stadt Zürich angekommen. Die Verkehrsbetriebe Zürich (VBZ) führen ab 9. und bis zum 23. Februar Tests mit einem selbstfahrenden Shuttle auf einem Teil des VBZ-Areals in Altstetten durch.
 
Das Self-e genannte Fahrzeug hat man in Schaffhausen ausgeliehen, wo es dereinst Touristen von Neuhausen zum Rheinfall befördern soll. Bei den VBZ hat es sich im Werkverkehr zurechtzufinden und quert die Testgleise auf dem Areal.
 
Die VBZ steuern zu dem Schaffhauser Projekt bereits technisches Wissen bei und sind seit Jahren Kunde von Trapeze, einem Anbieter von Transportsystemen für den öffentlichen Verkehr, mit dem die Schaffhauser Verkehrsbetriebe beim autonomen Fahren zusammenarbeiten. In die zweiwöchigen Tests in Altstetten auf einer Strecke von 1,3 Kilometer mit fünf Haltestellen inklusive einer sogenannten Buskante fliessen laut VBZ 45'000 Franken. Dabei wird Self-e mit einem Tempo von 12 bis 15 Kilometern pro Stunde unterwegs sein, wie Pressesprecherin Daniela Tobler auf Anfrage erklärt.
 
Der Self-e kann bis zu elf Personen befördern und wird von speziell geschultem Personal begleitet. Dieses kann eingreifen im Notfall oder wenn das System eine Situation nicht bewältigen kann. Der Shuttle orientiere sich mit GPS und verschiedenen Lidar-Laserscannern sowie Kameras und könne damit mögliche Gefahren erkennen und Kollisionen vermeiden, heisst es einer Mitteilung.
 
Für den Test habe man das Fahrzeug des Swiss Transit Lab von der Neuhauser Firma AMoTech ausgeliehen. Betrieben wird es von den Verkehrsbetrieben Schaffhausen. Hersteller ist wie beim Test in Sion das französische Unternehmen Navya.
 
VBZ will konkrete Erkenntnisse ableiten
Man wolle im Rahmen des hauseigenen Innovationsmanagement selbst Erfahrungen mit autonomen Fahrzeugen sammeln, schiebt Tobler nach. Also beispielsweise die rechtlichen Bedingungen kennen lernen und Rückschlüsse auf die aktuellen technischen Möglichkeiten in diesem Bereich ziehen.
 
Zudem wolle man intern Erfahrung für den späteren Betrieb autonomer Fahrzeuge sammeln. Deshalb werde der Testbetrieb auch von Workshops begleitet. Darin setzen sich Mitarbeiter der VBZ, inklusive dem Fahrpersonal, mit der Frage auseinander, wie sich neue Technologie auf die Mobilität der Zukunft auswirkt und wie sich das Unternehmen diesen Herausforderungen stellen kann, teilen die VBZ mit.
 
VBZ-Direktor Guido Schoch hatte es bereits beim Start der Tests in Schaffhausen im letzten Sommer als "durchaus denkbar" bezeichnet, dass irgendwann ein solcher selbstfahrender Bus auch in der Stadt Zürich unterwegs sein wird. "Wir überlegen noch, was möglich ist und wo es sich bewähren würde", sagte Schoch damals der Nachrichtenagentur 'sda'.
 
Ein konkreter Zeitplan für die mögliche Einführung besteht allerdings nicht, sagt Tobler heute. Nach der Testphase stehe erst einmal die Auswertung der Resultate aller Workshops an, die in die langfristige Strategie der VBZ einfliessen sollen. Ziel der VBZ für das Jahr 2018 sei es aber durchaus, konkrete Erkenntnisse zum Potenzial von autonomen Fahrzeugen zu gewinnen. (vri)