Sind Software-Probleme der SBB-Züge gar keine Probleme?

Der Hersteller Bombardier bestreitet Medienberichte.
 
Anfang Woche wurde die Geschichte durch die Schweizer Medien gereicht: Die neuen Bombardier-Züge, die die SBB 2010 für rund 1,9 Milliarden Franken gekauft hat, würden unter Software-Problemen leiden. Planmässig hätten die 62 Doppelstöcker schon 2013 über die Schienen rollen sollen – das verzögerte sich aufgrund verschiedener Probleme. Und auch die sechs gelieferten Züge hätten nun aufgrund der Software Verspätungen von rund 40 Minuten verursacht.
 
Inside-it.ch hat bei Bombardier nachgefragt: Bei der Software handelt es sich um ein Train Control and Management System, eine TCMS-Software, die von Bombardier selber entwickelt wurde und seit Anfang 2017 auf dem Schweizer Netz getestet wird. Andreas Bonifazi, Bombardiers PR- und Kommunikations-Verantwortlicher für die Schweiz, erklärt: "Die Software macht keine Probleme, sondern wird laufend weiterentwickelt und neue Releases werden eingespielt. Die so genannten Probleme sind einmal vorgekommen, notabene durch eine Fehlmanipulation eines Lokführers."
 
Unter anderem die 'NZZ' hatte hingegen mit Verweis auf einen anonymen Lokführer berichtet, dass es 40 Minuten dauere, bis die Software gestartet sei. Dies sei nicht etwa zum Aufstarten benötigt worden, sondern insgesamt zur Behebung der Probleme notwendig gewesen, erklärt Bonifazi. Das Problem solle noch in diesem Jahr mit dem nächsten Software-Release gelöst werden, so die 'NZZ'. Auch dies korrigiert Bonifazi: "Das damalige Thema ist durch einen neuen Release behoben." (ts)