Unia verklagt Uber

Es gibt wohl keine Wirtschafts- oder Digitalisierungs-Konferenz, an der der Autofahrtenvermittler Uber nicht als glänzendes Vorbild für "Sharing", "Gig" oder "Plattform" Economy genannt wird. Uber betrachtet Fahrer als selbständige Unternehmer und sieht sich selbst als reinen Anbieter einer Plattform, auf der sich Kunde und Anbieter finden können.
 
(Nicht nur) Gewerkschaften sehen das anders und versuchen durchzusetzen, dass Plattformen wie Uber rechtlich wie Arbeitgeber behandelt werden. Sie müssten dann Arbeitsgesetze einhalten und sich an Gesamtarbeitsverträge halten. In Genf will die Gewerkschaft Unia Uber nun vor Gericht bringen, so ein Gewerkschaftssekretär an einer Medienkonferenz. Zwei Waadtländer Partnerunternehmen von Uber hätten Löhne nicht oder verspätet ausbezahlt, zu lange Arbeitszeiten verlangt und Sozialversicherungsbeiträge nicht bezahlt. Zudem hätten die Unternehmen weniger Lohn bezahlt als vertraglich abgemacht oder kantonal vorgeschrieben. Teilweise seien Löhne von unter zehn Franken pro Stunde bezahlt worden.
 
Unia zieht nicht nur Uber vor Gericht, sondern verlangt auch eine schweizweite gesetzliche Regelung. Zudem soll der Service von Uber in Genf verboten werden, bis der Konflikt gelöst ist. (sda / hc)