Schweiz doch nicht so innovativ

Screenshot aus der interaktiven Online-Präsentation der Studie.
Die Schweiz schafft es in einem neu entwickelten Index über "Digitale Innovationsfähigkeit" nur auf Rang 8 unter 35 OECD-Ländern.
 
Die Schweizer Politik brüstet sich gerne mit der hohen Innovationsfähigkeit der Schweizer Volkswirtschaft. Und die Schweiz landet auf diversen Innovations-Indexen seit Jahren auf Platz eins. Die Zeitungen titeln dann gerne "Innovationsweltmeister".
 
Ein vom Beratungshaus Deloitte und dem privaten Forschungsinstitut BAK entwickelter Index zeigt nun ein etwas anderes Bild. Die Schweiz landet im Index "Digitale Innovationsfähigkeit" "nur" auf Platz acht. Der Index baut auf drei Säulen auf: Talente, Start-ups sowie Investitionen und Patente.
 
In der Säule Talente wird die Innovationsfähigkeit an Kriterien wie Fähigkeit, Talente anzuziehen, Qualität der Unis und dem Anteil von MINT-Studenten an der Gesamtzahl der Studenten gemessen, um nur ein paar Beispiele zu nennen. Wenn es um Talente geht, ist die Schweiz Spitze. Es gibt aber auch wunde Punkte. So liegen die digitalen Grundkompetenzen der Beschäftigten der Schweiz nur knapp über dem Durchschnitt (!) aller OECD-Länder. Auch besteht Verbesserungsbedarf bei der MINT-Ausbildung…
 
In der Säule Startups schneidet die Schweiz weniger gut ab, wie ein Blick auf die gut gemachte, interaktive Online-Präsentation der Studie zeigt. Zwar punktet die Schweiz bei Kriterien wie "Schutz des geistigen Eigentums" und "Digitale Infrastruktur". Unterdurch­schnittlich sind wir aber bei Kriterien wie "Vertrauen in eigene Fähigkeiten", "Startup Aktivität", "Venture Capital in der Spätphase" und natürlich "Lohnkosten".
 
Auch im Bereich "Investitionen und Patente" liegt die Schweiz nicht überall vorne. Beim Kriterium "Wertschöpfung des IKT-Sektors" zum Beispiel, schneidet die Schweiz unterdurchschnittlich ab. Weit überdurchschnittlich sind aber die Ausgaben für Forschung und Entwicklung des IKT-Sektors.
 
Die Unternehmen spielten eine zentrale Rolle, wenn es um die digitale Innovationsfähigkeit der Schweiz geht, folgert der stellvertretende CEO von Deloitte, Reto Savoia. Der Staat hingegen könne über Rahmenbedingungen und Anreize nur indirekten Einfluss auf die digitale Innovationsfähigkeit nehmen. (hc)