Digitalisierung bringt IT-Abteilungen viel Mehrarbeit

(Grafik: CA)
Viele fürchten, durch Digitalisierung ihre Jobs zu verlieren. Informatiker müssen das vorerst nicht. Automatisierung der IT kann Mehrbelastung nur teilweise abfedern.
 
Der Softwarehersteller CA hat unter Kunden aus Deutschland, Österreich und der Schweiz eine Umfrage darüber durchgeführt, wie sich die Digitalisierung auf das Arbeitsvolumen in den IT-Abteilungen auswirkt. Die Befragung ist nicht repräsentativ, die Befragten sind alles Anwender von Automatisierungs-Lösungen von CA. Aber die Resultate scheinen uns trotzdem eindrücklich: Fast 90 Prozent der Teilnehmer erklärten, dass durch die Digitalisierungsanstrengungen im Unternehmen ihr eigenes Arbeitsvolumen in den letzten zwei Jahren um durchschnittlich 31,4 Prozent gestiegen sei.
 
Damit, so CA, setze sich der bisherige Trend ungebrochen fort. Schon vor einem Jahr berichtete eine grosse Mehrheit der Umfrageteilnehmer von einer Zunahme der Belastung in den Jahren 2015 und 2016, damals um durchschnittlich 31 Prozent.
 
Dafür gibt es einige verschiedene Gründe, zwei davon werden aber von einer grossen Mehrheit der Befragten übereinstimmen genannt: Einerseits ist die Zahl der Software-Anwendungen gestiegen, die betreut werden müssen, und andererseits auch die Komplexität der IT-Landschaften, unter anderem aufgrund des Einbezugs von Cloud-Ressourcen.
 
Automatisierung, aber auch Überstunden
Laut CA sind die Reaktionen der Unternehmen unterschiedlich. Fast drei Viertel der Teilnehmer habe stärker automatisiert, aber bei knapp 40 Prozent mussten trotzdem auch vermehrt Überstunden geschoben werden. 36,6 Prozent hätten entweder neue Leute eingestellt oder Freelancer engagiert. Nur ein Fünftel hat zusätzliche Arbeiten an IT-Outsourcer ausgelagert.
 
Anfügen muss man noch, dass die grosse Mehrheit der Befragten in ihren Unternehmen im IT-Betrieb arbeitet. Dass macht allerdings die Aussagen zur Mehrarbeit noch bemerkenswerter, denn im IT-Betrieb – zumindest sagen das die Operations-Leute selbst – scheint auch der Automatisierungsgrad bereits am höchsten zu sein. Laut der aktuellen Umfrage sind die Prozesse in der IT-Abteilung derzeit zu knapp 48 Prozent automatisiert, in der Software-Entwicklung zu 21 Prozent und im Support zu 14 Prozent.
 
Laut CA hat sich der durchschnittlich angegebene Automatisierungsgrad für die drei Bereiche in den letzten 12 Monaten um acht bis 14 Prozent erhöht. CA selbst glaubt, dass längerfristig ein Automatisierungsgrad von 60 bis 70 Prozent der Aufgaben im IT-Betrieb, 50 bis 60 Prozent in der Softwareentwicklung und 40 bis 50 Prozent im IT-Support erreichbar wäre. (Hans Jörg Maron)