Und hier noch unsere Freitagabend-Nachricht.
Es ist kaum zu glauben: Seit dem Start von www.inside-it.ch und www.inside-channels.ch haben wir 10'000 (zehntausend) Nachrichten, Analysen, Interviews und Kommentare veröffentlicht. Dazu gibt es eigentlich nur einen Kommentar: Die spinnen, die
Huronen!
Von diesen 10'000 Stories haben nach unserer eigenen Einschätzung etwa 7'459 die Welt nicht verändert, etwa 329 können nur als grottenschlecht bezeichnet werden und ca. 2963 enthielten einen oder mehrere Tibbfähler oder hörten plötzlich. Einige haben aber auch ziemlich viel Aufruhr gestiftet, waren interessant, brachten Unbekanntes ans Tageslicht und lieferten viel Gesprächsstoff. Hier eine kleine Auswahl der besten Geschichten aus unserer bescheidenen Redaktionsstube im proletarischen Zürcher Kreis 4.
Bis ins südindische Chennai und dann zurück ins Zürcher Bezirksgericht drangen die Wellen, die wir mit der Geschichte von
Ramco und seinem Ex-Kunden Kardex auslösten. Der indische Softwarekonzern -
gegen den wir übrigens wirklich nichts haben -
klagte uns ein. Ein teurer Spass - aber
nicht für uns.
Nicht bis Indien, aber immerhin bis ins Bundeshaus (Büro Merz), in diverse Kantonshauptstädte und auf die Titelseite von "Cash daily" schaffte es die Story vom Knatsch
zwischen Microsoft und der Schweizerischen Informatikkonferenz". Microsoft hatte keine Freude und ein (sehr) hoher Bundesbeamter sagte uns im besten Berndeutsch: "Das dürfen Sie nicht bringen, das ist vertraulich." Wir brachten aber trotzdem...
Auch im Tessin haben wir LeserInnen. Zum Beispiel beim 'Corriere del Ticino', der unsere Story über das
Softwaredebakel beim grossen Outsourcer B-Source aufgriff und auf der Titelseite des Wirtschaftsbundes brachte. Wir hören eben manchmal das Gras auch auf italienisch wachsen.
Manchmal liegen wir aber auch falsch. Zum Beispiel mit der Behauptung,
eine Informatikerschwemme sei im Anrollen. Daneben liegen kann aber auch positive Folgen haben. In unserem Fall konnten wir mit Alfred Breu einen
einen hervorragenden Experten als Autor und Leser gewinnen. Und wir reden nie mehr über Informatikerschwemme - das
Gegenteil ist nämlich wahr.
Hie und da sind wir auch politisch. Zum Beispiel bei der Frage, wie weit Provider präventiv bei der Bekämpfung von Internet-Kriminalität
aktiv werden sollen, dürfen oder müssen.
Journalismus heisst fleissig sein, Hintergrundwissen zu haben, schreiben zu können und eine gute Nase zu besitzen. Eine sehr gute Nase hatten wir, als wir als erste im deutschen Sprachraum die Geschichte vom
explodierenden Notebook aufgriffen. Die wollte dann
fast nicht mehr aufhören.
Keine soooo gute Nase hatten wir hingegen mit der Einschätzung der
Relevanz der Google/Sun-Partnerschaft. Die Story brachte uns zwar einen Auftritt in der Tagesschau ein, aber nachträglich glauben wir
eher an Schall und Rauch.
Eine der Herausforderungen in unserem Job ist es eben, zwischen dem Getröte der (US-) Hersteller und der Realität zu unterscheiden. Da helfen Gespräche mit den Anwendern, den CIOs. Wir sind nicht wenig stolz, dass wir zu unseren GesprächspartnerInnen
Roche-CIO Jennifer Allerton,
Robert Schleich von Julius Bär und HP-Boss
Urs Fischer zählen durften. Und mit Daniel Gorostidi und Andrej Vckovski konnten wir mit zwei Vordenkern der Branche einen spannenden Dialog zur
Zukunft der Schweizer Software-Industrie führen.
Aber noch wichtiger als die "wichtigen Leute" sind uns Sie, liebe LeserInnen. Deshalb sagen wir:
Liebe Deinen Systemadministrator und kümmern uns auch um Ihre
Beziehungsprobleme und
Verhütungsmethoden. Und manchmal erzählen wir Ihnen Sachen, die andere erst viel später wissen durften. Etwa,
dass IBM Unicible übernehmen würde oder dass der FCZ Meister wird. Das schrieben wir schon am
29. Dezember 2004. Wahnsinn! (Christoph Hugenschmidt)
(Foto: Der leicht übergewichtige Raucher ist Egon Erwin Kisch. Einer der besten deutschsprachigen Journalisten der Geschichte. Da können wir noch lange schreiben...)