Telcos machen Druck: Handys aller Hersteller sollen mit Einheitskabeln für Daten, Strom und Peripherie verwendet werden können.
Ein USB-Kabel für alles: Die Industrievereinigung
OMTP (Open Mobile Terminal Platform), der einige der weltweit grössten Mobilnetzbetreiber angehören, hat
eine Empfehlung für standardisierte Kabelverbindungen bei Handys verabschiedet. Sowohl für Datenverbindungen, als auch für Peripherie- und Ladegeräte sollen die Handys in Zukunft mit Buchsen der Micro-USB-Norm ausgerüstet werden. Dies würde bedeuten, dass man die Handys problemlos über Standardkabel mit PCs, anderen Handys, Kopfhörern usw. verbinden, alte Kabel und Netzteile weiterverwenden und notfalls auch mal das Ladegerät des Kollegen ausleihen könnte, auch wenn der eine andere Handymarke bevorzugt.
Nicht nur für Heimanwender, sondern auch für die Betreuung der Mobilgeräteflotten in Unternehmen wäre dies eine grosse Erleichterung und würde die Wahlmöglichkeiten deutlich erhöhen.
Für Micro-USB,
so die OMTP, habe man sich unter anderem entschieden weil USB der De-facto-Standard in der PC-Branche und heutzutage eine für Anwender selbstverständlich gewordene Technologie sei.
Die eigentliche Entscheidung, wie sie ihre Handys ausrüsten wollen, liegt aber bei der Herstellern selbst, wie ein OMTP-Sprecher gegenüber inside-it.ch erklärte – Darüber, ob und wann sie die Standardstecker einführen, wird unter anderem der Marktdruck entscheiden. Der dürfte allerdings beträchtlich sein. Die Vollmitglieder bei der OMTP heissen unter anderem AT&T, Orange, Vodafone, Telefonica oder T-Mobile. Und Nokia war als Sponsor bei der Entscheidung stark beteiligt.
"In einer idealen Welt", so meinte der OMTP-Mann, "würden die Hersteller so schnell wie möglich mit der Umsetzung der Empfehlung beginnen." Auch in der Realität, so ist er allerdings überzeugt, werde es nicht viel länger als 12 bis 18 Monate dauern, bis ein grosser Teil der neuen Handys mit den Standardanschlüssen ausgerüstet sein werden. (Hans Jörg Maron)