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Donnerstag, 28.02.2008
Des Kaisers neue Kleider

NewsImage
Swisscom ab heute im neuen Gewand. Ob's hilft?
 
Wie bereits Ende Dezember angekündigt, hat die Swisscom heute damit begonnen, sich umzuziehen. Der Auftritt ist hipp, er ist bunt und er lässt die Swisscom zumindest nicht "nackt" dastehen. Die Homepage erscheint bereits im neuen Gewand. Folgen sollen im Laufe der Zeit rund 2300 Fahrzeuge, 110 Shops und 350 Fernkennzeichnungen an Gebäuden. Nicht zu vergessen das gesamte Briefpapier, alle Visitenkarten, eventuell Bekleidung von Mitarbeitenden, sofern sie das Logo zeigt, Werbemittel, etc., etc. In ihrer Pressemitteilung spricht die Swisscom von "einmaligen Investitionskosten in einstelliger Millionenhöhe" für die Umstellung, was so allerdings nicht ganz stimmt. Unterm Strich dürfte das Unternehmen zwar Marketingkosten einsparen, in dem es die Swisscom-Gruppengesellschaften Fixnet, Mobile und Solutions unter einem Markendach zusammenfasst, im laufenden Betrieb ist das neue Logo aber teuerer als das alte. Das fängt schon bei profanen Aufwendungen wie dem Druckkosten an. Das alte Logo war zweifarbig und konnte problemlos auch in schwarz-weiss, zum Beispiel auf Werbegeschenken, gedruckt werden. Ab sofort wird es immer ein Vier-Farb-Druck, denn "schwarz" steht dem neuen Logo gar nicht. Es sind keine Millionenbeträge, aber ein multimedialer Auftritt kommt einen halt immer teurer zu stehen, als ein einfaches 2D-Image.
 
Apropos Image. Es ist ja nicht nur der Firmenauftritt, sondern auch die Mitarbeitenden, die innerlich wie äusserlich neu Eingekleidet werden. Mit einer Charmeoffensive unter dem Titel "Wir sind da für Sie! In der ganzen Schweiz und bedienen Sie gerne in unseren Shops, in unseren Call Centers, online und bei Ihnen Zuhause", will die Swisscom Kunden halten und (zurück)gewinnen. Den multimedialen Teil werden dabei die nette Dame (Bild – und noch im alten Dress) am Second-Life-Helpdesk und ihre KollegInnen übernehmen. Für den Rest sind die knapp 20'000 Mitarbeitenden der Swisscom zuständig. Denn am Ende gilt die alte Marketingweisheit, dass, wenn Logos längst vergessen sind, sich die Kunden noch immer an die Qualität des Services erinnern. (Thomas Mironiuk)
 
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